Braunseifen

Die Stadt Braunseifen (tsch. Ryžoviště) liegt an der Grenze von Mähren und Schlesien, in der Nähe der Stadt Römerstadt (tsch. Rýmařov), in der herrlichen Landschaft des Altvatergebirges. Das Tal, das sich in die nördliche Richtung öffnet, ist von drei Bergkämmen umgegeben, auf denen sich die Grenze der großen europäischen Wasserscheidelinie (zwischen der Nordsee und Schwarzem Meer) zieht.

Die Geschichte der Stadt Braunseifen wurden im vorvergangenen Jahrhundert vom Webermeister Faustin Dreschler und von dem Klosterprediger Alois Schleser erforscht. Aufgrund Ihrer Kenntnisse hat der Schriftsteller und Heimatdichter Josef-Schmid-Braunfels im Jahre 1910 das Buch Die Geschichte der Stadt Braunseifen geschrieben.

Die ursprüngliche Benennung der Stadt, das heißt Braunseifen, kommt aus dem Bereich des Bergbaus. „Seifen“ ist ein fränkisches Wort und bedeutet „Bach, aus dem durch das Wegspülen des Sandes ein Edelmetall gewonnen wird“. Die ersten Erwähnungen von Braunseifen stammen aus dem Jahre 1190. Braunseifen wurde sehr wahrscheinlich von Bergleuten, die nach den Edelmetallen suchten, gegründet. Gründung einer Kapelle und eines Krankenhauses wird durch Belege schon im Jahre 1295 bewiesen. Im Jahre 1318 wird Braunseifen zu einer Stadt erhöht und gehörte damals dem Olmützer Bistum an. Im Jahre 1429 ist Braunseifen zu einem Bestandteil des Eulenberger Herrengutes und im Jahre 1481 erhielt ein Stadtwappen.   

Das 15. Jahrhundert bringt sehr günstige Zeit für das Bergbauen und Goldwascherei. Dies brachte der Bevölkerung Beschäftigung, Arbeit und gute Löhne. Laut dem Archiv befanden sich in dieser Zeit in Braunseifen 8 Bergwerke. Dieses Aufblühen dauerte aber nicht lange: der Besitzer des Herrengutes Ježek Pňovský aus Eulenberg hat die ganze Bauernschaft im Jahre 1543 verkauft, die meisten Niederlassungen wurden in kriegerischen Auseinandersetzungen verplündert und zu der Dezimierung der Bevölkerung trugen ebenfalls mehrere Pestepidemien bei.

Das Städtchen hatte im Jahre 1860 2953 Bewohner und in dieser Gegend hat sich sehr schnell die Weberei entwickelt. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden hier zwei Seidenfabriken gegründet. Die Güter waren vor allem in die USA, England, Frankreich und Schweiz exportiert. Im Jahre 1874 wurde Braunseifen von einer großen Katastrophe betroffen: es verbrannten 106 Häuser, des im 1624 erbauten Rathaus einschließlich. Schulen hatte diese Kleinstadt seit dem 16. Jahrhundert. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde Braunseifen vor allem von den Bürgern aus dem Mährischen Walachei (vor allem aus der Stadt Walachisch Klobouk (tsch.Valašské Klobouky) besiedelt oder aber aus dem Region Hanna aber auch aus anderen Teilen Mährens, Slowakei und Rumänien. (Dieser Text entstammt den offizillen Webseiten der Gemeinde Rýžoviště)

Mit Braunseifen ist der Schriftsteller Josef Schmid-Braunfels eng verbunden, der hier 1871 geboren wurde und 1911 nach einer langen schweren Krankheit starb. Seine Erzählungen und Stücke spielen oft in der Heimat, der Autor widmete sich auch der Geschichte der Region:

Das vorliegende Büchlein verdankt seine Entstehung der Liebe zur heimatlichen Scholle. (...) (Es) soll kein gelehrtes Büchlein sein, denn es ist in erster Linie nur für die Bewohnerschaft von Braunseifen und dessen Umgebung bestimmt. Mag aber auch der Rahmen, den ich mir mit der Abfassung dieses Büchleins gesteckt habe, noch so eng und klein sein, so hoffe ich doch, daß der Geschichtsfreund die nachfolgenden Blätter nicht ohne Interesse lesen wird, denn was sich in ihnen wiederspigelt, ist ein Stück Weltgeschichte. (aus dem Vorwort des Buches Die Geschichte der Stadt Braunseifen)

Autoren

Unvollendet
Preview?style=thumb

Schmid-Braunfels Josef

Geburtsdatum

29. 11. 1871
Braunseifen

Todesjahr

22. 11. 1911
Braunseifen

Blick auf die Stadt Braunseifen vom Westen
Blick auf die Stadt Braunseifen vom Westen
Der Marktplatz in Brauseifen, der in vergangenen Jahrzenten durch unpassende Bauten
Kirche des Hl. Johannes des Täufers
Die Pfarre an der Kirche des Hl. Johannes des Täufers
Der Friedhof, auf dem man noch heutzutage viele deutsche Gräber findet