Meedl

Die erste Erwähnung über Meedl (tsch. Medlov), ein Dorf, das an dem Weg zwischen Mährisch Neustadt und Mährisch Aussee liegt, stammt aus dem Jahre 1131. Damals war Meedl, Medli geschrieben, Besitz der olmützer Katedralkirche. Später erfahren wir, dass der luxemburger König den Bewohnern des Meedls die Arbeitspflicht auf die Pflicht, Gebühren zu zahlen veränderte, was ein Beweis dafür ist, dass Meedl zu dem Herrengut von Mährisch Aussee zugehörte. Über die Altertümlichkeit des Dorfes zeugt auch eine schöne, ursprünglich gotische Kirche, mit einem massiven Renaissanceturm des Hlg. Petrus und Paulus. Dieser Turm, der 26,5m hoch ist und in Jahren 1502 bis 1526 vom Meister Wolf Maler gebaut wurde, ist schon von Weitem sehr gut sehbar. Im Jahre 1343 hat der König Jan Mährisch Aussee auch mit dem Meedl und vielen anderen Dörfer den Herren von Sternberg gepfändet, am Ende des 14. Jahrhunderts hielten das Herrengut wieder die mährischen Markgrafen. 

Im Jahre 1494 gab Vladislav II. Meedl auch mit dem naheliegenden Treublitz in den Besitz dem Jiřík von Vlašim die Wappen der zwei Geierköpfe. Kurz danach wurde in Meedl das Eisenerz abgebaut und an dieser Förderung nahmen auch die olmützer Bürger teil. Meedl blieb ein Teil des Herrengutes von Mährisch Aussee bis zur Abschaffung des Leibeigenschaft. Im Jahre 1576 bekam dank dem Besitzer des Meedls,  Albrecht Černohorsky von Boskovic einen nicht-katholischen Priest. Im Jahre 1610 wurde das Pfarrhaus wieder katholisch und im Jahre 1873 wurde Meedl zu einer Kleinstadt erhöht. Es war aber schon der König Vladislav II, der dem Dorf ein Recht gegeben hat, mit dem schwarzen Wachs zu siegeln und dieses Siegelzeichen ist dann auch in den Portal der hiesigen Kirche ausgeschnitzt worden. Im Jahre 1822 ist die Kirche in Meedl ganz niedergebrannt und folgend wurde sie umgebaut. Nach dem Feuer verblieb nur der Turm, und nach diesem richtete sich dann der Bau des ganzen Schiffes der Kirche.

Das Dorf wurde ursprünglich deutsch und es lebte hier nur eine kleine tschechische Minderheit. Nach der Vertreibung der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg wurden alle kulturellen Tätigkeiten und Traditionen abgebrochen. Nur die Kontinuität der hiesigen Schule wurde behalten, die früher deutsch war. Im Jahre 1922 hat die tschechische Minderheit ihre eigene tschechische Schule gegründet und gebaut. Diese funktionierte aber nur bis zum Jahre 1938, als sie geschossen wurde und ihre Tätigkeit wurde erst wieder im Herbst 1945 erneut.

Eine berühmte, hier geborene Person ist der Komponist Anton Schindler, der in Olmütz studiert hat und ein Beamter in Konici war. Die Hochschule hat er in Wien absolviert und für einige Zeit war er auch der Kapellmeister der Oper in Wien, wo er Ludwig von Beethoven kennengelernt hat. Er hat dann auch sein erstes Lebenslauf geschrieben. Aus Meedl stammt auch die Schriftstellerin Liselotte Klopp-Salinger.

Am 1.7.2001 wurde bei der Gelegenheit des 870. Jubiläums der Gemeinde Meedls eine Gedenktafel vor dem Gebäude des Gemeindeamts enthüllt, die an den bekannten Gebürtigen von Meedl erinnert - an den Komponisten und den ersten Verfasser des Lebenslaufs von Beethoven - Anton Schindler.