Bergersdorf
Die erste schriftliche Erwähnung der Gemeinde Bergersdorf stammt aus dem Jahr 1385. Zu dieser Zeit gehörte die Gemeinde zur Burg Brünnig und gelangte im Rahmen des sogenannten „Zálesí“ um Rohl im Jahr 1446 zum Herrschaftsgebiet Zabresch. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwanden hier vollständig einige tschechische Orts- und Familiennamen, was auf erhebliche demografische Veränderungen infolge des Krieges hinweist. Laut dem Lán-Register von 1677 gab es in Bergersdorf lediglich 17 Ansässige, wodurch die Gemeinde zu den kleineren Dörfern des Zabresch-Herrschaftsgebietes gehörte. Im Jahr 1834 erhöhte sich die Zahl der Häuser auf 60 und die Einwohnerzahl auf 408. Nach 1848 bildete Bergersdorf den östlichsten Teil des politischen und gerichtlichen Bezirks Zabresch.
Aufgrund der hangigen und wenig fruchtbaren Böden widmete sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung der häuslichen Weberei und der Herstellung verschiedener Netze. Aus dieser Tradition ging der ortsansässige Unternehmer Johan Anderlitschka hervor, der nach 1848 schrittweise die Produktion von Drahtgeflecht erweiterte und schließlich 1873 eine Fabrik für Drahtwaren gründete. Im Jahr 1908 entstand in der Gemeinde zudem ein kleiner Betrieb zur Herstellung von Kartonagen.
Bergersdorf bildete eine wichtige deutsche Enklave im östlichen Teil des Zabresch-Gebietes. Die nationalen Festlichkeiten fanden jährlich unterhalb des Bradlo statt und wurden von den Deutschen oberhalb Bergersdorfs, von den Tschechen auf der gegenüberliegenden Seite oberhalb Lipinka organisiert. Die deutsche Volksschule in Bergersdorf wurde erst 1881 eingerichtet; zuvor besuchten die Kinder die Schule in Rohl.
Nach Mai 1945 wurde die Gemeinde sehr rasch von tschechischen Familien besiedelt, oftmals noch vor der Aussiedlung der deutschen Bevölkerung. Die ursprüngliche dörfliche Bebauung begann sich Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Bau der Fabrik und insbesondere in den letzten Jahrzehnten zu verändern, als eine ganze Gruppe mehrstöckiger Wohnhäuser errichtet wurde.
Die Einwohnerzahl der Gemeinde stieg bis zum Jahr 1900 auf 553 Einwohner in 64 Häusern an, danach begann sie langsam zu sinken und erreichte den Tiefpunkt nach der Aussiedlung der deutschen Bevölkerung.
Mit seinem Leben und Werk war auch die Persönlichkeit Hubert Nerada eng mit der Gemeinde verbunden.
Quelle: https://www.obec-kamenna.cz/obec/historie-obce/