Drslawitz


Die Gemeinde Drslawitz geht auf das Mittelalter zurück und erscheint erstmals in schriftlichen Quellen im Jahr 1373, gegen Ende der Herrschaft Karls IV., als Sezema von Drslawitz als örtlicher Bewohner erwähnt wird. Der Name der Gemeinde leitet sich vom Personennamen Držislav ab und tritt in historischen Aufzeichnungen in unterschiedlichen Varianten auf, abhängig von den verwendeten Sprachen und Schriftgewohnheiten. Im Jahr 1417 wird zudem die nahegelegene Ansiedlung Drslawičky erwähnt, die heute nicht mehr existiert.

Vor dem Jahr 1463 erwarb Jan von Cimburk Drslawitz, und seitdem gehörte die Gemeinde zum Herrschaftsgebiet von Ungarisch Brod. Die Geschichte von Drslawitz wurde durch die Lage nahe der mährisch-ungarischen Grenze geprägt, und das Dorf blieb von Truppendurchzügen nicht verschont; hier zeigten sich die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges sowie Einfälle der siebenbürgischen Herzöge im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts, die der Bevölkerung große Härten brachten. Laut dem Längenregister des 17. Jahrhunderts gab es damals 29 bewohnte Häuser und zwei verlassene Anwesen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebten in Drslawitz über dreihundert erwachsene Personen und eine bedeutende Anzahl von Kindern, und im Jahr 1843 stieg die Einwohnerzahl weiter; die Gemeinde zählte 75 Häuser mit 187 Männern und 203 Frauen. Das Bevölkerungswachstum wurde weder durch die Choleraepidemien in den Jahren 1831 und 1866 unterbrochen.

Drslawitz war traditionell eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, wobei die Landwirtschaft die Hauptlebensgrundlage der meisten Bewohner darstellte. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich zudem eine rege Vereinsaktivität, die sich auf die Haltung von Hausvieh und gesellschaftliche Aktivitäten konzentrierte. Eine bedeutende Rolle spielte die örtliche Mühle, ursprünglich eine Wassermühle, später zu einer Dampf- und anschließend zu einer elektrischen Mühle umgebaut, die zu den modernsten der Umgebung gehörte; nach der Verstaatlichung nach dem Zweiten Weltkrieg war sie bis 1958 in Betrieb. Im 20. Jahrhundert erlebte die Gemeinde Veränderungen infolge der Weltkriege und sozialer Umwälzungen; während des Zweiten Weltkriegs blieb Drslawitz von schwerwiegenden Schäden verschont, und die Landwirtschaft verzeichnete weiterhin Aufschwung. Nach 1945 veränderten sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung allmählich, landwirtschaftliche Genossenschaften entstanden, und die Gemeinde transformierte sich im Nachkriegszeitraum sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich.

Die Quelle: https://www.drslavice.cz/


Autoren

Unvollendet
Hermann Jellinek

Geburtsdaten
22.01.1822
Drslawitz

Sterbedaten
23.11.1848
Wien