Frainspitz


Die erste schriftliche Erwähnung von Frainspitz stammt aus dem Jahr 1222. Der Ortsname leitet sich von einem Personennamen ab, wobei die Endung „-ice“ auf den ursprünglichen tschechischen Charakter der Siedlung hinweist, auch wenn sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene, vom Deutschen beeinflusste Namensformen herausbildeten. Das Dorf befand sich über lange Zeit im Besitz kirchlicher Institutionen – von der St.-Wenzels-Kapitelskirche in Altbunzlau gelangte es an das Kloster Rosa Coeli in Kanitz und anschließend an das Altbrünner Kloster, in dessen Besitz es bis zu dessen Aufhebung im Jahr 1782 verblieb. Vor dem Dreißigjährigen Krieg neigte die Bevölkerung dem Protestantismus zu, doch wurde die Ortschaft infolge der Kriegsereignisse verwüstet und vorübergehend aufgegeben. Die Wiederbesiedlung erfolgte schrittweise und wurde erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts abgeschlossen. Im Jahr 1783 entstand die Siedlung Vinohrádky, die später in die Gemeinde eingegliedert wurde.

Im Jahr 1873 wurde in Frainspitz ein Postamt eingerichtet, das bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestand. Zugleich entwickelte sich ein reges Vereinsleben, belegt etwa durch die Existenz einer Freiwilligen Feuerwehr seit 1889.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gehörte der Ort kurzzeitig zur deutschen Provinz Deutschsüdmähren. In der Zwischenkriegszeit kam es sowohl zu einer allgemeinen Entwicklung der Gemeinde als auch zu einem Nebeneinander von tschechischer und deutscher Bevölkerung. Im Jahr 1921 wurde eine tschechische Schule gegründet, die eng mit dem Lehrer Ferdinand Kratochvíl verbunden war. In den 1930er Jahren machten sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sowie der zunehmende Einfluss der Sudetendeutschen Partei bemerkbar, die schließlich die lokale Politik dominierte. Nach dem Münchner Abkommen wurde Frainspitz Teil des Deutschen Reiches, woraufhin ein Teil der tschechischen Bevölkerung den Ort verließ. Im Mai 1945 kam es zu Kampfhandlungen, bei denen fünfzehn Häuser zerstört wurden und die Kirche ausbrannte. Nach Kriegsende wurde die deutsche Bevölkerung im Jahr 1946 größtenteils nach Bayern ausgesiedelt, und der Ort wurde mit neuen Bewohnern, unter anderem aus Wolhynien, neu besiedelt.

In der Nachkriegszeit erfolgten Reparaturen an Schule und Kirche, zugleich kam es zur Kollektivierung und zu grundlegenden Veränderungen der Wirtschaftsstruktur. Teiche wurden erneuert, eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet und neue sportliche sowie gesellschaftliche Einrichtungen geschaffen. Im Jahr 1964 begann der Bau einer Umgehungsstraße, und 1976 wurde ein Kulturhaus fertiggestellt. 1980 wurde die Gemeinde verwaltungsmäßig nach Olbramovice eingegliedert, die örtliche Schule wurde 1983 geschlossen, und erst nach 1989 wurde die kommunale Selbstverwaltung wiederhergestellt.

Die Quelle: https://www.branisovice.cz/obec/historie-obce/


Autoren

Unvollendet
Adolf Tetzel

Geburtsdaten
06.11.1870
Frainspitz

Sterbedaten
28.09.1953
Heiligenkreuz

Unvollendet
Joseph Kuno Halusa

Geburtsdaten
1877
Frainspitz

Sterbedaten
1951
Wien