Zdislawitz
Die erste schriftliche Erwähnung von Zdislawitz stammt aus dem Jahr 1352, als die Gemeinde unter einem vom Personennamen Zdislaw abgeleiteten Namen genannt wird. In ihren Anfängen gehörte Zdislawitz mit seinem Zubehör zur Pfarrei und Herrschaft Wlaschim und besaß das Recht, sich an der Wahl und Einsetzung der Pfarrer zu beteiligen. Bis 1547 blieb der Ort mit der Herrschaft Wlaschim verbunden, danach erwarb ein Ritter aus Augezd das Dorf und errichtete hier seinen Sitz. Später gelangte das Gut durch Kauf an die Herrschaft Katzow, deren Besitzer den Ort zum Markt erhob, ihm ein Wappen verlieh und das Recht zur Abhaltung von Jahr- und Wochenmärkten gewährte, insbesondere für Wolle, Vieh und andere Waren.
Nach dem Ständeaufstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Herrschaft konfisziert und wechselte mehrfach den Eigentümer. Im Jahr 1627 fiel ein Teil der Güter an das Geschlecht von Talmberg. In dieser Zeit setzte die Rekatholisierung ein; 1624 verließ der letzte nichtkatholische Pfarrer den Ort, und den Einwohnern wurde befohlen, zum katholischen Glauben zurückzukehren oder ihre Heimat zu verlassen. Einige Höfe gingen dadurch ein und wurden dem herrschaftlichen Meierhof angeschlossen. Die seelsorgerische Betreuung erfolgte vorübergehend von benachbarten Pfarren aus, bis 1787 wieder eine selbständige Pfarrei eingerichtet wurde.
1795 wurde der herrschaftliche Meierhof unter den Ortsbewohnern aufgeteilt, was den Beginn einer langen Phase privaten Wirtschaftens bedeutete. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Gemeinde weiter zu einem landwirtschaftlichen Mittelpunkt der Region.
Im 20. Jahrhundert prägten beide Weltkriege das Leben im Ort. Nach der Entstehung der Tschechoslowakei kam es zu einer schrittweisen Modernisierung und zum Ausbau der örtlichen Infrastruktur. Nach 1948 wurde die Landwirtschaft kollektiviert und die traditionelle Bewirtschaftung durch eine einheitliche landwirtschaftliche Genossenschaft ersetzt. Die gesellschaftlichen Veränderungen nach 1989 führten zur Erneuerung der kommunalen Selbstverwaltung und eröffneten neue Entwicklungsmöglichkeiten mit Schwerpunkt auf dem Ausbau der Infrastruktur, der Pflege öffentlicher Räume und der Förderung des gemeinschaftlichen Lebens.
Die Quelle: https://www.zdislavice.cz/mestys/historie/