Buchlowitz
Buchlowitz ist eine Marktgemeinde im Bezirk Ungarisch Hradisch in der Region Zlin. Sie liegt neun Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt am Fuße des Marsgebirges und bildet zusammen mit 14 weiteren Gemeinden die Mikroregion Buchlau.
Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des Gebiets bereits in der Steinzeit. Die erste schriftliche Erwähnung von Buchlowitz datiert auf das Jahr 1207 in einer Urkunde von König Přemysl Ottokar I. Der Ort entstand als erbliches Lehensgut und entwickelte sich zum wirtschaftlichen Zentrum sowie zur Vorburg der Burg Buchlau. Während die Burg seit ihrer Ersterwähnung im Jahr 1300 als bedeutende königliche Festung fungierte, sicherten die Einwohner durch Landwirtschaft, Handwerk und Handel die Versorgung der Herrschaft.
Im Jahr 1468 wurde Buchlowitz von den Truppen Matthias Corvins verwüstet. Eine Phase der Stabilität trat erst 1540 ein, als der Ort als Teil der Herrschaft Buchlau unter die Verwaltung des bedeutenden mährischen Adelsgeschlechts der Herren von Zierotin gelangte. Diese hielten das Gut jedoch nur zwei Jahre lang, bevor es 1542 von den Herren von Zastrizl erworben wurde. Unter ihrer Verwaltung wurde die Herrschaft Buchlau kontinuierlich erweitert und als bedeutende territoriale Einheit innerhalb Mährens gefestigt.
Einen bedeutenden Einschnitt markierte der Dreißigjährige Krieg. Während Buchlowitz in der Zeit vor der Schlacht am Weißen Berg evangelisch war, kam es im Kriegsverlauf zu einer gewaltsamen Rekatholisierung. Diese führte zur Vertreibung weiter Teile der Bevölkerung in die Mährische Walachei und nach Ungarn sowie zur Auflösung der örtlichen tschechischen Brüdergemeindeschule. Als Zeichen der Rekatholisierung seines Geschlechts ließ Milota von Zastrizl die St.-Martin-Kirche errichten. Da die Burg Buchlau im 17. Jahrhundert den Wohnansprüchen des Adels nicht mehr genügte, ließ der Gutsbesitzer Jan Dětřich von Peterswald ein repräsentatives Schloss erbauen. Das von italienischen Barockvillen inspirierte Schloss Buchlowitz wurde in der Folge nicht nur zum Wohnsitz der Adelsfamilie, sondern auch zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens, der Jagd und diplomatischer Verhandlungen.
Eine neue Ära begann im Jahr 1800 mit dem Übergang der Herrschaft an die Familie Berchtold. Bereits am 20. Mai 1805 erhob Kaiser Franz I. Buchlowitz zum Marktflecken mit allen damit verbundenen Privilegien, darunter vier Jahrmärkte. Die Entwicklung des Ortes wurde im 18. und 19. Jahrhundert dadurch begünstigt, dass er als Zentrum des gesamten Gutes und bis 1848 als Sitz der Gutsverwaltung fungierte. In die Weltgeschichte ging Buchlovice dann im September 1908 ein, als der damalige Gutsbesitzer und österreichisch-ungarische Botschafter Leopold Berchtold auf seinem Anwesen ein entscheidendes diplomatisches Treffen veranstaltete. Die Verhandlungen zwischen dem österreichisch-ungarischen Außenminister Alois Aehrenthal und seinem russischen Amtskollegen Alexander Izvolsky mündeten in das sog. Abkommen von Buchlau. Die Verhandlungen über die Annexion Bosniens und der Herzegowina lösten jedoch eine diplomatische Krise aus, die maßgeblich zur Destabilisierung des Balkans und indirekt zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beitrug.
Während des Zweiten Weltkriegs entwickelten sich Buchlowitz und das angrenzende Marsgebirge zu einem Zentrum des antifaschistischen Widerstands. In den umliegenden Wäldern operierten mehrere Partisanengruppen, die von der einheimischen Bevölkerung aktiv unterstützt wurden. Die nationalsozialistische Besatzung endete am 30. April 1945 mit der Befreiung der Gemeinde durch Einheiten der rumänischen Armee.
Zu den bedeutenden Persönlichkeiten mit Bezug zu Buchlowitz gehören der Maler Karel Žádník (1847–1923) sowie der Journalist, ein Mitunterzeichner der Charta 77 und Träger des Ferdinand-Peroutka-Preises Jiří Hanák (1938–2020). Ebenfalls mit dem Ort verbunden ist Friedrich Graf von Berchtold, Freiherr von Ungarschitz (1781–1876), ein namhafter Mediziner, Botaniker und Forschungsreisender.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.buchlovice.cz/mestys/historie/