Wiese (Seifersdorf)
Die erste schriftliche Erwähnung von Seifersdorf (heute Wiese) stammt aus dem Jahr 1377, als das Dorf mit seiner Feste im Zuge der Erbteilung nach dem Troppauer Herzog Nikolaus II. als Besitz Stephans von Woranau genannt wurde. Gleichzeitig entstand die Herrschaft Jägerndorf, zu der Seifersdorf fortan gehörte. Im 15. Jahrhundert befand sich der Ort im Besitz eines örtlichen Adelsgeschlechts; für das Jahr 1409 ist Bohusch von Seifersdorf urkundlich nachgewiesen.
Während der Auseinandersetzungen zwischen Georg von Podiebrad und Matthias Corvinus wurde Seifersdorf vermutlich verwüstet und wechselte in der Folge mehrfach den Besitzer. Eine Phase bedeutender Entwicklung setzte im 18. Jahrhundert ein. Im Jahr 1783 wurden das neue Pfarrhaus mit Wirtschaftsgebäuden errichtet sowie die örtliche eisenhaltige Mineralquelle gefasst und ihre heilende Wirkung amtlich bestätigt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Mineralwasser nicht nur von der lokalen Bevölkerung genutzt, sondern auch in die umliegenden Regionen exportiert.
Nach der Aufhebung der Erbuntertänigkeit im Jahr 1848 und der Einführung der kommunalen Selbstverwaltung gehörte Seifersdorf zur Bezirkshauptmannschaft Jägerndorf. Einen wichtigen Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung brachte die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Olmütz–Freudenthal–Jägerndorf–Troppau im Jahr 1872; der Bahnhof Seifersdorf wurde 1892 in Betrieb genommen. Um die Wende zum 20. Jahrhundert bestand im Ort eine Stärkefabrik, und im Jahr 1919 wurde Seifersdorf elektrifiziert.
Nach der Angliederung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich im Oktober 1938 wurde der Ort von der deutschen Wehrmacht besetzt. Am 6. Mai 1945 rückten sowjetische Truppen in Seifersdorf ein. Es folgten die Vertreibung der deutschen Bevölkerung sowie die Ansiedlung neuer tschechischer Bewohner, die überwiegend aus Mähren und Schlesien stammten. Im Jahr 1949 wurde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet und Seifersdorf verwaltungsmäßig mit Lautsche zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.