Lichten
Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Adelsgeschlechts von Lichten stammen aus dem Jahr 1320, als Pschek der Ältere von Lichten das Amt des Burggrafen von Grätz innehatte. Sein Sohn Pschek der Jüngere erhielt 1342 das Dorf Lichten, dessen Besiedlung in das letzte Viertel des 14. Jahrhunderts datiert wird. Zur Herrschaft Lichten gehörten außerdem Milotendorf, Rabendorf sowie später Taubnitz, das bereits 1289 urkundlich erwähnt wird. In den 1420er Jahren wurden das Tal des heutigen Auerhahnbaches sowie das anschließende Tal der Tschiese besiedelt; beide Gebiete gehören bis heute zur Gemarkung von Lichten.
Während der Ungarischen Kriege wurde Lichten im Jahr 1474 zusammen mit den benachbarten Dörfern von den Truppen des Königs Matthias Corvinus verwüstet. Während Milotendorf und Rabendorf dauerhaft wüst fielen, wurde Lichten in der Folgezeit wieder aufgebaut. Im Jahr 1491 gelangte der Ort durch die Heirat der Witwe Sophia von Lichten mit Johann (Hans) von Wostitz in den Besitz des Geschlechts Lichnowsky von Wostitz, das sich zu einem der bedeutendsten schlesischen Adelsgeschlechter entwickelte.
Die selbstständige Herrschaft Lichten erlosch im Jahr 1622, als Johann Wenzel Lichnowsky von Wostitz Lichten, Taubnitz und Milotendorf an die Jägerndorfer Fürstliche Kammer verkaufte. Nach der Niederlage des böhmischen Ständeaufstandes fiel das Herzogtum Jägerndorf an das Haus Liechtenstein, das die Herrschaft bis zur Gründung der Tschechoslowakei im Jahr 1918 ausübte und seine Besitzungen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs behielt.
Die Nachkriegsgeschichte des Ortes wurde maßgeblich durch die Vertreibung der deutschen Bevölkerung und die anschließende Ansiedlung tschechischer Neubewohner geprägt. Im Jahr 1980 wurde Taubnitz verwaltungsmäßig nach Lichten eingemeindet. Einen weiteren tiefgreifenden Einschnitt stellte das verheerende Hochwasser des Jahres 1996 dar, dem eine umfassende Erneuerung und Modernisierung des Ortes folgte.
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