Ingrowitz


Die erste schriftliche Erwähnung der Siedlung stammt aus dem Jahr 1361. Ein weiteres Dokument aus dem Jahr 1392 nennt bereits eine kleine Burg und das Städtchen mit einer Festung, einem freien Hof, einem Teich und einer Mühle. Im Jahr 1537 verlieh Kaiser Ferdinand I. Ingrowitz das Privileg, Märkte abzuhalten, wodurch die Gemeinde zum Marktort erhoben wurde. Weitere Privilegien gewährten die Herren von Pernstein in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, darunter das Braurecht, die Befreiung von Frondiensten und die Nutzung der Wälder. Den Bewohnern wurden zudem drei bewaldete Hügel – Padělek, Holý vrch und Prosičku – geschenkt, die noch heute im Wappen von Ingrowitz dargestellt sind. Die Gemeinde erhielt außerdem das Recht, ein eigenes Siegel zu führen, dessen Entstehung auf das Jahr 1578 datiert wird.

Im Jahr 1588 erwarb Pavel Katharin von Kathar das Gut von den Pernsteins und machte Ingrowitz zu seinem Sitz. Er stiftete der Gemeinde ein Grundstück für den Bau des Rathauses und begann mit dem Bau des Schlosses, wobei das südliche und östliche Flügelgebäude errichtet wurden.

Die Blütezeit von Ingrowitz fiel in die Jahre 1700 bis 1800. Nach Erlass des Toleranzpatents im Jahr 1781 entwickelte sich das Städtchen zu einem kulturellen Zentrum der Evangelischen; 1784 kam Michal Blažek, der erste mährische Superintendent, hierher. Gleichzeitig wirkte der katholische Pfarrer Matěj Josef Sychra, eine bedeutende Persönlichkeit der nationalen Literaturbewegung. Im Jahr 1786 wurde in Ingrowitz ein Toleranzgebetshaus errichtet, das im 19. Jahrhundert durch einen Turm erweitert wurde und den heutigen Kirchenbau bildete.

Im Jahr 1778 erwarb die italienische Familie Belcredi das Schloss, die dort bis 1948 lebte. Nach diesem Jahr wurde das Schloss als Eisenbahnausbildungsstätte genutzt. Im Jahr 1991 erhielt die Familie Belcredi Schloss und umliegende Ländereien im Rahmen der Restitution zurück. 2006 wurde Ingrowitz erneut der Titel eines Marktortes verliehen.

Die Quelle: https://www.jimramov.cz/index.php/mestys/historie


Autoren

Unvollendet
Jan Karafiát

Geburtsdaten
04.01.1846
Ingrowitz

Sterbedaten
31.01.1929
Prag