Lundenburg
Die Stadt Lundenburg liegt am Fluss Thaya, etwa 50 km südöstlich von Brünn, an der Grenze zu Österreich und nahe der Grenze zur Slowakei. Die Stadt hat etwa 25.000 Einwohner und ist ein wichtiger Grenzübergang und ein Eisenbahnknotenpunkt von internationaler Bedeutung.
Der Name der Stadt leitet sich vom Vornamen des Gründers der hiesigen Burg, Fürst Břetislav, ab. Der deutsche Name – Lundenburg – verbirgt höchstwahrscheinlich den Namen des slawischen Stamme Lovětici. Die Vorburg, aus der sich nach der Mitte des 15. Jahrhunderts das spätere Städtchen entwickelte, das im Gegensatz zur alten Siedlung Nová Břeclav genannt wurde, lag auf einer Insel, die von zwei Armen der Thaya gebildet wurde.
Die Anfänge der Geschichte von Lundenburg reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück, als an der Stelle des heutigen Schlosses nach dem Jahr 1041 eine Grenzfestung errichtet wurde, die den Zugang zum Land von der österreichischen Seite her sicherte. Die erste urkundliche Erwähnung von Lundenburg in der lateinischen Form „Bretyzlawe“ stammt etwa aus dem Jahr 1046. Ab dem 13. Jahrhundert wechselte die Burg als Lehen oder Pfand den Besitzer.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts erhielten die Liechtensteiner die Region Lundenburg als Lehen. Ab dem Jahr 1426 war auf der Lundenburger Burg eine hussitische Garnison stationiert. Nach den Hussitenkriegen gelangten Lundenburg und das gesamte Herrschaftsgut wieder in den Besitz der Liechtensteiner, doch auch dieses Mal waren sie nicht fähig, den Besitz von Lundenburg zu halten. Im Jahr 1527 wurde die Adelsfamilie der Herren und Grafen von Zierotin Eigentümer des Lundenburger Herrschaftsgutes. 1534 hat die Adelsfamilie Lundenburg gekauft. Unter den Zierotiner wurde die alte Burg zu einem Renaissance-Schloss umgebaut.
Die relative Ruhe der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, in der sich in Lundenburg auch Anhänger der Täufer und der Böhmischen Brüder niederließen, wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch die türkische Expansionspolitik und den Aufstand ungarischer Magnaten gegen die Habsburger bedroht.
Während des Dreißigjährigen Krieges verwandelte sich die Region von Lundenburg, die zuvor durch weitgehende religiöse Toleranz geprägt war – was hier zu einer Blütezeit der Landwirtschaft, des Handwerks und der Wissenschaft geführt hatte –, innerhalb von drei Jahrzehnten in eine verwüstete Landschaft, aus der die Hälfte der Bevölkerung verschwunden war und deren Zunahme bis zum ursprünglichen Zustand das gesamte folgende Jahrhundert in Anspruch nahm. Der Besitzer von Lundenburg und des gesamten Herrschaftsgutes, Ladislav Velen von Zierotin, war der Hauptführer der rebellischen mährischen Stände, weshalb Lundenburg bereits in der Anfangsphase des Krieges mehrmals überfallen wurde. Nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg wurde das gesamte Herrschaftsgut beschlagnahmt und 1638 von Karl Eusebius von Liechtenstein in stark zerstörtem Zustand gekauft. Der Wiederaufbau nach dem Krieg zog sich in die Länge, da auch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Lundenburger Region gegen die Türken gekämpft wurde.
Der entscheidende Wendepunkt für Nová Břeclav kam im 19. Jahrhundert. Noch in den 1830er Jahren zählten die beiden unbedeutenden landwirtschaftlichen Städtchen 2 952 Einwohner. Als jedoch 1836 mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Wien nach Lundenburg und weiter nach Brünn und Olmütz begonnen wurde, bedeutete dies für Nová Břeclav den Beginn einer außerordentlichen Entwicklung. Die Eisenbahn brachte einen großen Zuzug von Einwohnern mit sich und ermöglichte die Entstehung einer ganzen Reihe bedeutender Holz- und Lebensmittelbetriebe. Am 12. September 1872 wurde Lundenburg zur Stadt erhoben.
Die Schrecken des Krieges erlebte Lundenburg insbesondere am 20. November 1944, als das Stadtzentrum und der Stadtteil Dubič schwer bombardiert wurden. Die Befreiung erfolgte vom 13. bis 17. April 1945. In der Zeit nach 1948 wurden in Lundenburg systematisch die chemische und die Maschinenbauindustrie aufgebaut sowie die Baustoff- und Holzindustrie gefördert, um die etwas einseitige Ausrichtung auf die Lebensmittelindustrie zu verändern. Andererseits kam es jedoch zur Auflösung einer ganzen Reihe kleiner Handwerksbetriebe, was das wirtschaftliche Leben der Stadt stark schwächte.
Quellen:
https://breclav.eu/kultura-cestovni-ruch-zajimavosti-a-historie