Botenwald


Botenwald entstand ursprünglich als mährische Siedlung am Nordufer der Oder. Der Name leitet sich vom Personennamen Boto ab („Botos Wald“). Er hielt sich in verschiedenen Formen bis Mitte des 20. Jahrhunderts, bevor er endgültig durch die tschechische Bezeichnung Butovice ersetzt wurde.

Bis Ende 1958 war Botenwald eine eigenständige Gemeinde, heute bildet sie einen Ortsteil der Stadt Stauding im Bezirk Neutitschein. Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1324 als Teil der Herrschaft Fulnek im damaligen Herzogtum Troppau. Über Jahrhunderte blieb Botenwald ein typisches Landwirtschaftsdorf mit aufstrebendem Kleingewerbe. Ein bedeutender Meilenstein im 16. Jahrhundert war das Wirken des Erbrichters Jiří Butovský, der die St.-Anna-Kapelle errichten ließ.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Botenwald überwiegend deutsch geprägt und unterschied sich dadurch vom benachbarten, tschechischen Stauding. Ende des 19. Jahrhunderts gab es hier eine deutsche Volksschule, und die Einwohner beteiligten sich aktiv am Vereins-, Kultur- und Heimatleben. Das lokale Interesse an der Geschichte spiegelte sich von 1936 bis 1945 auch im Betrieb eines eigenen Heimatmuseums wider. Eine entscheidende Wende brachte die Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Unter den Kulturdenkmälern ragt die einschiffige Barockkirche Allerheiligen heraus, die in den Jahren 1775–1781 erbaut wurde. Das zweite zentrale Bauwerk ist die bereits erwähnte St.-Anna-Kapelle mit ihrer bis heute fortlebender Wallfahrtstradition. Mit Botenwald ist zudem eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten verknüpft: Ein Beispiel ist die Missionarin der Herrnhuter Brüdergemeine Elisabeth Schneider (1721–1797), die in ihrer Jugend an geheimen Versammlungen des damals verbotenen brüderischen Glaubens teilnahm und später in Hoffenthal wirkte. Ebenfalls von hier stammte Augustin Novák (1890–1970), ein Militärpilot der österreichisch-ungarischen Luftstreitkräfte, der im Ersten Weltkrieg den Status eines Fliegerasses erlangte.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.mesto-studenka.cz/mesto/z-historie-mesta/historie-studenky/


Autoren

Unvollendet
Emil Krischke

Geburtsdaten
06.06.1888
Botenwald

Sterbedaten
01.08.1974
Wien