Dobrau


Die erste schriftliche Erwähnung von Dobrau stammt aus dem Jahr 1305. Seit 1417 ist der Ort mit dem Adelsgeschlecht der Wlczek von Dobra Zemitz verbunden, das aus Oberschlesien stammte und Dobrau mindestens während der folgenden 150 Jahre besaß. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts zählte Dobrau zu den bedeutenderen Dörfern der Herrschaft Friedek. Im Jahr 1580 umfasste der Ort 34 Hofstellen, eine Pfarrkirche, ein herrschaftliches Wirtshaus, drei Mühlen an einem gemeinsamen Mühlgraben sowie einen Teich. Dobrau lag abseits der wichtigsten Handelsverbindung, des sogenannten Salzweges von Friedek nach Teschen, der nördlich des Ortes durch sumpfiges Gelände verlief.

Das bedeutendste Bauwerk des Ortes wurde die Kirche des heiligen Georg. Der ursprüngliche Holzbau wurde in den Jahren 1682–1686 auf Initiative von Franz Eusebius von Oppersdorff durch eine gemauerte frühbarocke Kirche ersetzt; der Kirchturm entstand in den Jahren 1816–1818. Eine Schule ist in Dobrau bereits für das Jahr 1568 nachgewiesen und wurde auch von Kindern aus den umliegenden Ortschaften besucht. An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert entstanden das barocke Gasthaus „Zum Pflüger“ sowie ein herrschaftlicher Getreidespeicher, die zu den ältesten erhaltenen Bauwerken des Ortes zählen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich neben der Landwirtschaft Handel und Gewerbe. Von besonderer Bedeutung war die Appreturfabrik der Familie Lichtenstern, die Einwohnern von Dobrau und den umliegenden Gemeinden Beschäftigung bot und bis 1940 in Betrieb blieb. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die tschechische Freiwillige Feuerwehr, eine Zweigstelle der Sparkasse, eine öffentliche Bibliothek sowie weitere Vereine gegründet, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben förderten. Im Jahr 1910 fand in Dobrau die Landesausstellung statt, die wesentlich zur wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung der Gemeinde beitrug.

https://www.dobra.cz/obec-dobra/historie-obce/


Autoren

Unvollendet
Franz Krus

Geburtsdaten
28.06.1871
Dobrau

Sterbedaten
31.01.1941
Beneschau