Lodenitz
Die ersten schriftlichen Erwähnungen von Lodenitz stammen aus dem 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Abgrenzung der Tetín-Grafschaft. Historisch belegt ist die Schlacht um den böhmischen Thron zwischen Soběslav II. und Bedřich, die 1179 bei Lodenitz stattfand. Der Ortsname hängt wahrscheinlich mit dem Flößen von Holz auf dem Fluss zusammen, wobei die Bewohner des bewaldeten Tales Baumstämme fällten und über den Loděnicer Bach in Richtung Beroun trieben.
Über Jahrhunderte war die Hauptlebensgrundlage der Bevölkerung die Holzgewinnung und -verarbeitung; später kamen Kalkbrennen, Ziegelproduktion, die Herstellung von Holzspeichenrädern sowie Manufakturtextilproduktion hinzu. Diese Tätigkeiten sicherten nach und nach die relative Selbstständigkeit des Ortes und hoben ihn von den umliegenden Dörfern ab. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert verfügte Lodenitz über ein dichtes Netz an Handwerksbetrieben, Gewerben und kleineren Industriebetrieben, darunter Spinnereien, Webereien und Kalköfen. Daneben existierten Geschäfte, Ärzte, Musiklehrer, ein Bestattungsinstitut und weitere Dienstleistungen, was auf die erhebliche Selbstversorgung und Prosperität der Gemeinde hinweist.
Ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens waren Vereine und bürgerschaftliche Organisationen. Die Fabrikfeuerwehr der Sobotka-Weberei, 1870 gegründet, gehörte zu den ersten Feuerwehrvereinen des Verwaltungsbezirks und griff wirksam bei Bränden und Überschwemmungen ein. 1898 entstand die kommunale Freiwillige Feuerwehr, die mit der Fabrikfeuerwehr kooperierte. Der Verschönerungsverein, 1887 gegründet, initiierte die Gestaltung öffentlicher Grünflächen, die Aufforstung des Hügels Kolo und die Einrichtung einer Bibliothek. Das kulturelle Leben wurde durch den 1893 gegründeten Laientheaterverein gefördert, ergänzt durch wohltätige Vereine, die sozial schwächere Schüler unterstützten.
Die Erhebung von Lodenitz zum Marktflecken wurde 1900 von Kaiser Franz Joseph I. bestätigt. Die Gemeinde erhielt ein eigenes Wappen mit einem Boot, das auf ihren Namen und Charakter Bezug nimmt, sowie eine moderne Infrastruktur mit Wasserleitung, Bahnhof, Post, Schule und Gendarmeriestation.
Die Quelle: https://www.lodenice.cz/obec/z-historie-obce/