Rudelzau
Rudelzau entstanden vermutlich im 13. Jahrhundert an einem Hang südlich der Oder. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1408, als die Siedlung unter dem Namen Rudoltice genannt wird. Seit dem Mittelalter war Rudelzau eng mit dem Abbau von Silber und Blei verbunden; insbesondere der Bleibergbau in der Umgebung wurde während des gesamten 18. und 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg betrieben. Neben dem Bergbau bildeten Landwirtschaft und Viehzucht die wichtigsten Erwerbsgrundlagen der Bevölkerung.
Einen bedeutenden Einschnitt stellte das Jahr 1711 dar, als der Grundherr Johann Georg von Walderode die örtlichen Bauern von ihren Frondiensten auf dem herrschaftlichen Gutshof befreite. In der Folge entwickelte sich Rudelzau schrittweise zu einem wirtschaftlichen Zentrum der näheren Umgebung. Im Ort bestanden ein Postamt, eine Gendarmeriestation, landwirtschaftliche Genossenschaften, Wasserverbände, Sägewerke, Mühlen, eine Spar- und Darlehenskasse sowie mehrere Gasthäuser. Das gesellschaftliche Leben wurde von zahlreichen Vereinen geprägt, darunter eine Freiwillige Feuerwehr, Gesangsvereine und landwirtschaftliche Organisationen.
Das Schulwesen ist in Rudelzau seit 1779 nachweisbar. Ab 1817 verfügte die Gemeinde über ein eigenes Schulgebäude, das später erweitert wurde. Im 20. Jahrhundert bestand zudem eine landwirtschaftliche Volksschule. Religiöses Zentrum des Ortes war die dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche. Die ursprüngliche Holzkirche wurde bei einem Großbrand im Jahr 1758 zerstört, der auch weite Teile des Dorfes vernichtete, und anschließend durch einen Neubau ersetzt.
Während der Zeit der Ersten Tschechoslowakischen Republik bewahrte Rudelzau seinen überwiegend landwirtschaftlichen Charakter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde jedoch die angestammte Bevölkerung ausgesiedelt, und im Zusammenhang mit der Einrichtung des Truppenübungsplatzes Liebau wurde die Gemeinde schrittweise aufgelöst. Von der einstigen Siedlung blieben nur wenige Überreste erhalten. Im Jahr 2000 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Dorfes ein Denkmal errichtet, das an die untergegangene Gemeinde erinnert.
Die Quelle: https://www.libavsko.wimps.cz/historie/rudoltovice