Jaromeritz


Die erste schriftliche Erwähnung von Jaromeritz stammt aus dem Jahr 1325, als König Johann von Luxemburg das Patronatsrecht über die örtliche Pfarrkirche dem Zisterzienserkloster Sedletz übertrug. Weltlicher Inhaber von Jaromeritz war zu dieser Zeit Raimund von Lichtenburg, Herr von Bittau. Am Südufer der Rokytná entstanden allmählich zwei dörfliche Vorstädte, Lhota und Kobylí Trh, die Teil der weiteren Entwicklung des Ortes wurden. Die Bedeutung von Jaromeritz nahm in der Folge auch im Zusammenhang mit den Veränderungen in der grundherrschaftlichen Besitzstruktur zu. Im Jahr 1498 verlieh König Vladislav Jagiełło Jaromeritz an Wenzel von Ludanitz zu Lehen, und bereits 1522 erwarb Johann IV. von Pernstein die Herrschaft Jaromeritz. Ab 1534 befand sich die Herrschaft im Besitz der Herren von Meziříč aus Lomnitz, bevor sie 1613 an Georg Rechenberg von Želetitz überging. Dessen Beteiligung am böhmischen Ständeaufstand führte nach der Niederlage der Stände im Jahr 1620 zur Konfiskation der Herrschaft.

Drei Jahre später, 1623, erhielt Gerhard von Questenberg Jaromeritz als konfiszierten Besitz. Unter seiner Herrschaft und insbesondere unter der seiner Nachfolger kam es zu bedeutenden Veränderungen des Schlossareals und des Ortes selbst. Im Jahr 1661 übernahm Johann Anton von Questenberg die Herrschaft und vollendete den Renaissanceumbau des Schlosses einschließlich des Theaters. Unter seinem Nachfolger Johann Adam von Questenberg wurde der umfassende Umbau fortgesetzt, wodurch Jaromeritz allmählich seine charakteristische barocke Gestalt erhielt. Im Jahr 1752 gelangte Jaromeritz schließlich unter die Verwaltung Wenzel Anton von Kaunitz-Rietbergs.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde Jaromeritz zunehmend in die sich modernisierende Verkehrs- und Wirtschaftsstruktur eingebunden. Einen bedeutenden Wendepunkt stellte der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1871 dar. Nach einem langwierigen Erbstreit fiel das Jaromeritzer Großgut 1897 an Rudolf Christian von Wrbna und Freudenthal. Zwei Jahre später wurde ein neues Schulgebäude fertiggestellt, das einen weiteren wichtigen Schritt in der Entwicklung des örtlichen Schulwesens darstellte. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde Jaromeritz auch zu einem bedeutenden Wirkungsort des Dichters Otokar Březina, der hier im 20. Jahrhundert lebte und 1929 starb. Im Jahr 1924 erhielt die Stadt ihre heutige Bezeichnung Jaromeritz nad Rokytnou, und 1933 wurde ein neues Rathaus errichtet.

Eine bedeutende Epoche in der Geschichte der Stadt war die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 1943 wurde auf dem Jaromeritzer Großgut eine Reichsbahnschule eingerichtet. Für die Stadt endete der Krieg am 8. Mai 1945 mit dem Eintreffen der Roten Armee. Nach 1948 änderte sich die Verwaltungsstruktur der Stadt im Zusammenhang mit der Etablierung des neuen politischen Systems. Im Jahr 1950 wurde eine Landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft gegründet, die 1962 mit dem Staatsgut zusammengelegt wurde. Einen weiteren tiefgreifenden Einschnitt in das Leben der Stadt stellte das Jahr 1968 dar, als bulgarische Interventionstruppen Jaromeritz durchquerten. In den 1980er Jahren wurde Jaromeritz als zentraler Ort reorganisiert und mehrere umliegende Gemeinden wurden in das Verwaltungsgebiet der Stadt eingegliedert. Nach den politischen Veränderungen am Ende des Jahrzehnts wurde 1990 die kommunale Selbstverwaltung wiederhergestellt.

https://cs.wikipedia.org/wiki/Jarom%C4%9B%C5%99ice_nad_Rokytnou


Autoren

Unvollendet
Ferdinand Netouschek

Geburtsdaten
25.05.1861
Jaromeritz

Sterbedaten
13.11.1922
Zlabings