Schwester Klara Fietz wurde als Rosa Fietz am 6. 1. 1905 in Nieder-Lindewiese (Dolní Lipová) als Tochter eines Steinmetzmeisters geboren. Sie hatte zwei Schwester, die jüngere starb aber als kleines Kind an Folgen eines Unfalls. Früh verstarb auch der Vater. Rosa Fietz besuchte die örtliche Volksschule und die Bürgerschule in der naheliegenden Stadt Freiwaldau (Jeseník). Laut ihrer Biographin Amabilis Solar soll sie eine ausgezeichnete und vorbildlich fromme Schülerin gewesen sein.
Die Lebensweise der Ursulinen, die die Freiwaldauer Schule betrieben, zog sie an und nach Beendung des Schulbesuchs äußerte Rosa Fietz den Wunsch, auch in einen Orden einzutreten. Die Wende vom 19. zum 20. Jh. war aber eine Zeit, in der das Interesse für Frauenorden sehr groß war und einige Klöster lehnten Rosa Fietz ab. Schließlich wurden ihr die Grazer Schulschwestern (Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis) empfohlen. Ab dem Schuljahr 1919/1920 besuchte sie also die Lehrerinnenbildunsanstalt des Ordens in Graz-Eggenberg. Im Sommer 1923 legte sie die Matura mit Auszeichnung ab und ist ins Noviziat eingetreten. Die ewige Profess legte sie dann am 30. 8. 1927 ab. Als Ordensname wählte Rosa Fietz den Namen Klara, bzw. Maria Klara.
Während der Jahre 1925 und 1926 wirkte sie als Lehrerin an vom Orden geführten Dorfschulen in St. Georgen an der Stiefing und Hartmannsdorf, was sie aber wegen gesundheitlicher Probleme unterbrechen musste. Im Jahre 1928 begann sie dann als eine der ersten Mitgliedern des Ordens an der Universität Graz zu studieren. Ihre Fächer waren Deutsch, Pädagogik und Geographie. Im Rahmen des Geographie-Studiums und der Erholungsaufenthalte unternahm sie auch mehrere Reisen durch die Alpen. Mit der Dissertation über das Romeo-und-Julia-Motiv in der deutschen Dramatik erlang sie im Jahre 1932 den Titel "Doktor der Philosophie". Nachdem sie die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen hatte, unterrichtete sie an einem Mädchengymnasium in Graz. Die Gesundheit von Sr Klara verschlechterte sich, bis ihr die unheilbare Darmtuberkulose diagnostiziert wurde. Sie starb im Ruf der Heiligkeit am 15. 6. 1937. Bereits sechs Jahre nach ihrem Tod wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet und im Jahre 1996 wurde sie durch den Papst Johannes Paul II. für eine ehrwürdige Dienerin Gottes erklärt. Die sterblichen Überreste von Sr Klara Fietz wurden 1959 aus dem Grazer Friedhof in die Klosterkirche in Graz-Eggenberg überführt. Die vom Schulschwestern-Orden betriebene Schule trägt heute ihren Namen (Volksschule Sr. Klara Fietz).
Noch als Schülerin der Lehrerinnenbildungsanstalt wirkte Rosa Fietz bei einigen Theateraufführungen mit und 1934 wurde sogar ein von ihr geschriebenes Drama aufgeführt. Via mystica ist in Versen verfasst und handelt von dem Weg einer Seele zu Gott, wobei die Zeitgenossen auch autobiographische Züge erkannt haben sollen. Außer dem Drama besteht das schriftliche Vermächtnis von Klara Fietz aus ihren Briefen, dem Tagebuch und Gedichten. Das Tagebuch schrieb sie in den letzten Jahren ihres Lebens und es handelt sich um einen geistlichen, mystischen Text. Interessant mag sein, dass sie das Tagebuch in der sog. Gabelsberg-Kurzschrift verfasste. Die Gedichte sind in strenger gereimten Form geschrieben und widmen sich meist religiösen Themen oder der mährischen Heimat der Autorin.
Die Texte von Klara Fietz (einschließlich ihrer Briefe) wurden wiederholt publiziert. Zum ersten Mal bereits ein halbes Jahr nach ihrem Tod, was jedoch nicht gelungen ist bibliographisch nachzuweisen. 1949 gab der Grazer Dompropst Franz Puchas Heldentum der Liebe und des Leidensheraus, später erschienen einige Texte im Rahmen der von der Mitschwester Amabilis Solar verfassten Biographie, weiter die Gedichte unter dem Titel Da brach er still die Rose) und die Textsammlungen Gott lieben - meine einzige Wissenschaft und Nehmt viel herzliche Grüße von mir... Die Texte von Klara Fietz sowie ihre Biographien von Alma Motzko und Basilius Senger wurden ins Tschechische, Polnische und Slowenische übersetzt.
Nach Sekundärliteratur bearbeitet von Adam Vlček.
Klara Fietz war Ordensschwester, Pädagogin und Autorin. Sie stammte aus Nieder-Lindewiese bei Freiwaldau, jedoch ihr Leben war vor allem mit dem Schulschwestern-Kloster in Graz-Eggenberg verbunden. Ihr Werk besteht aus mehreren Gedichten, einem geistlichen Drama (Via mystica), Tagebüchern und Briefen.
Solar, Amabilis [1980?]: Lieben und Leiden. Leben der gottseligen Sr Dr. Klara Fietz, Schulschwester in Graz-Eggenberg aus Nieder-Lindewiese - Sudetenschlesien 1905-1937 / nach authentischen Quellen erzählt von ihrer Mitschwester und Lehrerkollegin Amabilis Solar. Königstein im Taunus: Sudetendeutsches Priesterwerk.
Senger, Basilius (1987): Die Liebe Christi drängt. Ein Lebenbild der Schwester Klara Fietz. Graz: o. V.
Motzko, Alma (1955): Klara Fietz. Eine Begnadete. Mödling: St. Gabriel.
Schrenk, Adolf [1990?]: Sr. Klara Fietz. Weilersbach: Schrenk.
Altmann, Odilo (1940): Schwester Klara Fietz (6. 1. 1905 - 15. 6. 1937). Der Weg "Liebe". Breslau: Frankes Verlag.