Freiwaldau
Die Stadt Freiwaldau befindet sich im nördlichen, schlesischen Teil der Olmützer Region (Olomoucký kraj) und hat ungefähr 10 500 Einwohner. Der historische tschechische Stadtname lautet Frývaldov, jedoch seit 1947 wird Jeseník verwendet.
Im Jahre 1267 wird ein Ort namens Vriwald erwähnt, der spätestens 1295 den Stadttitel erwarb. An einem Wichtigen Handelsweg von Mähren nach Schlesien hatte die Stadt eine günstige Lage und ihre Sicherheit wurde von einer Burg geschützt, die ursprünglich im Besitz der Breslauer Bischöfe war. Ab dem 14. Jh. ist die Förderung von Eisenerz belegt. Im Jahre 1506 wurde deshalb Freiwaldau der bedeutenden Unternehmerdynastie Fugger als Lehen verliehen, aber der Bergbau war nicht so erfolgreich wie erhofft und nach 40 Jahren kehrte die Stadt wieder unter die bischöfliche Herrschaft zurück.
Zwischen den Jahren 1622 und 1684 fanden in Freiwaldau Hexenprozesse statt, denen mindestens 102 Personen zu Opfer fielen.
Der Bergbau ging definitiv im 18. Jh. unter, während sich ein neuer Zweig der Produktion durchsetzte - das Textilwesen. Im 19. Jh. entstanden bedeutende Firmen wie Regenhart u. Rayman (Feinwäsche) und Blühdorn (Handschuhe). Die Entwicklung wurde durch die Eisenbahn von Hannsdorf nach Ziegenhals unterstützt (1888). Freiwaldau wurde auch für den Kurort Gräfenberg bekannt.
Nach der Gründung der Tschechoslowakei entstand in der Stadt eine tschechische Minderheit. Ein dramatisches Ereignis im Rahmen der Weltwirtschaftskrise stellte der sog. Freiwaldauer Streik im Jahre 1931 im benachbarten Ort Nieder-Lindewiese dar, bei welchem 8 protestierende Arbeiter erschossen wurden. Nach dem 2. Weltkrieg musste die deutsche Bevölkerung die Stadt verlassen und die Stadt wurde umbenannt. Der Name Jeseník ist von der tschechischen Bezeichnung des Altvatergebirges abgeleitet.
Das Leben und Werk von vielen Persönlichkeiten wird mit dieser Stadt verbunden. Es sind zum Beispiel der deutsche Künstler und Autor Johannes Stüttgen (* 1945), der Begründer der Kaltwasserkur und Naturheilkunde Vinzenz Prießnitz (1799–1851), die Mundartdichterin Emilie Adler (1850-?) u.a.
https://jesenik.cz/cz/volny-cas-v-jeseniku/29-z-historie-mesta.html
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