Franz Dörfler


Pseudonym
Franz Schalken
Geburtsdaten
30.06.1848
Iglau
Sterbedaten
19.07.1917
Wien

Dörfler stammte aus Iglau und absolvierte auch das Iglauer Gymnasium. Er studierte an der Wiener Universität und an der Technischen Hochschule Wien. An Iglau war er wohl nicht emotionell gebunden und kehrte in seine Geburtsstadt nicht mehr zurück. Seine psychische Labilität führte ihn am 19. Juli 1917 in den Selbstmord.

Nach seinen Studien nahm er 1874 die Stelle eines Gymnasiallehrers in Jägerndorf an, danach lebte er 1878 - 1885 in Villa und arbeitete in Böhmisch Leipa und 1885-1888 in Krumau. Er war Kirchenrat der altkatholischen Kirche Österreichs und Obmann des „Vereines der altkatholischen Fortschrittsfreunde", jedoch legte er 1888 seine Ämter nieder und trat aus näher ungeklärten Gründen aus der römisch-katholischen Kirche aus. Seitdem zeigte er sich als „freiheitlich fortschrittlich besonders antiklerikal“, was als Folge des in den 1870er Jahren geführten Kulturkampfes zwischen der katholischen Kirche und dem Deutschen Reich verstanden werden kann. Seit dem 21. September 1874 war Dörfler mit Pauline Guttenfeld aus Wien verheiratet, einer Tochter des fürstlichen Domänendirektors, mit der er vier Kinder zeugte.

Vor seiner vorzeitigen Pensionierung im Jahre 1893 unterrichtete er auch in Gottschee in Krain. Nach sechs Jahren wurde er wieder angestellt, war in Komotau (1898), Eger (1900), Ungarisch Hradisch (1901) und schließlich bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand 1906 in Floridsdorf tätig, wo er 1908 den „Theosophischen Verein“ gründete.

Unter dem Pseudonym Franz Schalken verfasste er naturwissenschaftliche und religiöse Schriften und widmete sich hauptsächlich den Forschungen über den Schwalbenflug, weshalb er „Schwalben-Dörfler“ genannt wurde. Er trat auch als Redakteur der Zeitschrift „Schulreform“ und „Der Naturfreund“ hervor; daneben schrieb er auch Beiträge für mehrere österreichische Zeitschriften.

Werke

Jahr der Publikation
Soll die Chemie beim mineralogischen Unterriche in den Unterklassen möglichst Berücksichtigung finden, und wie kann das geschehen? 1881
Leitfaden der Mineralogie 1882
Hilfstafeln zur Mineralogie 1882
Wien, die billigste Stadt 1894
Erlebnisse eines österreichischen Schulmannes 1896
Nonnen, Krankenschwestern, k.k. Sozialdemokratie 1898
Abschaffung der Schulbücher 1900
Kaiser Franz Josef I. und die Jesuiten 1902
Bibel - hl. Schrift? 1906
Weltanschauung im 20. Jahrhundert und Bibel 1907
Die Bibel - ein gotteslästerliches Buch?
DIe Schul-Reform
Empfängnis
Reifeprüfung
Naturfreund
Schulreform

Forschungsliteratur

Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Hrsg. von Heribert Sturm im Auftrag des Collegium Carolinum. München/Wien 1979.
Deutscher biographischer Index. München 1998.
Gesamtverzeichnis der deutschen Literatur 1770-1965, 2 Reihen.
Heller, Hermann: Mährens Männer der Gegenwart 1 (1885) - 5 (1892); 1-2 (1912).
Jaksch, Friedrich: Lexikon sudetendeutscher Schriftsteller. Reichenberg 1929.
Kosel, Hermann: Österreichisches Dichterbuch. Eine Anthologie. Neurode 1900.
Kürschners Literatur-Kalender (1909).
Mitteilungen des nordböhmischen Exkursions-Klubs 40 (1905), S. 176.
Wer ist´s? (1905; 1909)