Otto Gödl


Unvollendet
Geburtsdaten
1878
Mährisch Schönberg
Sterbedaten
1924
Mährisch Schönberg

Gödl war in seiner Heimatstadt als Arzt tätig. Er nahm Anteil an dem lokalen Kulturleben, war Vorsitzender des städtischen landeskundlichen Vereins und bereitete ein Werk über die Geschichte Nordmährens vor; die Arbeit daran wurde allerdings durch seinen Tod unterbrochen. Zwischen 1910 und 1924 veröffentlichte er mehrere humoristische und satirische Erzählungen in den Ortsblättern „Grenzbote“ und „Deutsche Warte“. Eine Auswahl daraus wurde postum in Buchform herausgegeben (Lachende Fantastereien, Mährisch-Schönberg 1925). Es geht durchwegs um Geschichten in lokalem Milieu, mit phantastischen oder absurden Ereignissen, die z.T. wie parodierte Motive von Jules Verne aussehen (so Der Komet 1910, Im Schoß der Erde 1911), mit satirischer Stellungnahme einmal gegenüber der k.k. Bürokratie, ein andermal gegenüber der beschränkten Mentalität der deutschen Bevölkerung, die z.B. allerlei Fremdsprachen zu verstehen, das Tschechische jedoch nicht einmal als solches zu identifizieren vermag, und die dem Aberglauben verfallen ist (so in der in Dialekt verfassten Geschichte Tponesens Auferstehung 1921).

Ludvík Václavek, Olmütz

 

Bibliographie

Lachende Fantastereien. Mährisch- Schönberg 1925.

Ein altes Fremdenbuch vom Heidebrünnel. In: Höhenfeuer 4. Jg. (15.4.1924), 1. Folge, S. 23.

 

Sekundärliteratur

Der früh dahingegangene Dichter. In: Deutschmährische Heimat Jg. 12 (1926) Brünn, S. 121f.