Eisgrub


Eisgrub tauchte erstmals in der latinisierten Form Izgruobi im Jahr 1222 auf, als das mächtige österreichische Adelsgeschlecht Orphan die Gemeinde besaß und umfangreiche Ländereien in Südmähren vom böhmischen König Otakar I. erhalten hatte. Neben Eisgrub und der nahegelegenen Ansiedlung Nejdek besaßen die Orphan auch die Burg oberhalb von Klentnitz, genannt Orphan Burg. Auf ihren Besitz führten sie deutsche Kolonisten, die bereits in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts in Eisgrub angesiedelt wurden.

Im Jahr 1332 hielten die Liechtensteiner einen erheblichen Teil des Ortes, und allmählich entwickelte sich Eisgrub zu einem Zentrum ihres Herrschaftsguts als Gegenstück zu ihren Besitzungen auf der niederösterreichischen Seite im Valticer Herrschaftsgebiet. Nachdem Karl Eusebius von Liechtenstein im Jahr 1638 auch die Herrschaft Lundenburg erworben hatte, besaßen die Liechtensteiner entlang beider Seiten der mährisch‑österreichischen Grenze ein umfangreiches Ensemble aus Feldern, Wäldern, Wiesen, Wirtschaftshöfen, drei Städten und zahlreichen Dörfern.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der alte Weg von Valtice nach Eisgrub zu einer Allee ausgebaut, die heute nach dem mährischen Dichter Petr Bezruč benannt ist. Die Liechtensteiner verwandelten die ursprüngliche Grenzburg allmählich in ein repräsentatives Renaissanceschloss und legten einen Garten an, der die Grundlage für den weitläufigen Schlosspark bildete. Das Renaissanceschloss wurde Ende des 17. Jahrhunderts unter Mitwirkung bedeutender Architekten in barocken Stil umgestaltet und im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Architekten im Geist der englischen Neugotik adaptiert, wodurch das Schloss entstand, das heute als Perle Südmährens gilt. Die umliegende Landschaft wurde zu einem weitläufigen englischen Landschaftspark gestaltet.

Mitte des 19. Jahrhunderts lebte hier überwiegend tschechisches Volk, doch durch Beamte und Angestellte des Herrschaftsguts erfolgte eine Germanisierung des Ortes. Nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahr 1918 wollte die lokale deutsche Bevölkerung die Zugehörigkeit zur Republik nicht akzeptieren und erklärte ihre Bindung an Deutsch‑Österreich. Die Gemeinde wurde im Dezember 1918 von tschechoslowakischen Truppen besetzt. 1938 wurde Eisgrub besetzt und der Niederdonau-Gau angeschlossen; am 21. April 1945 wurde es von der sowjetischen Armee eingenommen. Nach dem Krieg wurde das Eigentum der deutschen Bevölkerung sowie ein bedeutender Teil des Besitzes des Fürstengeschlechts Liechtenstein konfisziert und unter Zuzüglern aus den Nachbargemeinden aufgeteilt.

Eisgrub und sein weitläufiger Park wurden 1996 in die UNESCO‑Liste des Weltkulturerbes aufgenommen als Bestandteil des Lednice-Valtice-Areals.

Die Quelle: https://www.lednice.cz/obec/historie/lednice/

 

Autoren

Unvollendet
Aloys II. Liechtenstein

Geburtsdaten
26.05.1796
Wien

Sterbedaten
12.11.1858
Eisgrub

Unvollendet
Johann II. Liechtenstein

Geburtsdaten
05.10.1840
Eisgrub

Sterbedaten
11.02.1929
Feldsberg

Unvollendet
Hans Sittenberger

Geburtsdaten
20.04.1863
Klagenfurt

Sterbedaten
02.11.1943
Eisgrub