Butschowitz
Butschowitz liegt im Tal des Flüsschens Litava zwischen Brünn und Ungarisch Hradisch. In der Stadt leben fast 7 000 Einwohner. Butschowitz ist auch der Sitz einer beauftragten Stadtverwaltung, die 19 umliegende Gemeinden verwaltet.
Die erste urkundliche Erwähnung von Butschowitz stammt aus dem Jahr 1322. Archäologische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass im Bereich des heutigen Schlossgartens bereits im 13. Jahrhundert eine große Steinkirche stand und sich an der Stelle des heutigen Waldparks damals eine kleine Holzburg befand. Im späten 14. Jahrhundert wurde die Stadt in den Quellen als Städtchen mit Weinbergen aufgezeichnet. Im 16. Jahrhundert wurde dieses Städtchen zum Zentrum eines weitläufigen Herrschaftsgutes und erlebte eine erfolgreiche Entwicklung. Im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts begann der Gutsbesitzer Jan Šembera Černohorský z Boskovic mit dem Bau eines Renaissance-Schlosses mit einzigartigen Sälen und einem Arkadenhof. Der Bau wurde in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts von seiner Tochter Kateřina und ihrem Ehemann Maxmilian von Liechtenstein vollendet. Zu dieser Zeit wurde der Schlosshof durch einen Brunnen im manieristischen Stil bereichert. Im Schloss wurde eine Kapelle eingerichtet. Zur gleichen Zeit ließ der Gutsbesitzer auch eine neue Pfarrkirche im Barockstil errichten.
Das Jahr 1645 ging als dunkles Kapitel in die Geschichte von Butschowitz ein, als das Städtchen unmittelbar vom Dreißigjährigen Krieg heimgesucht wurde. Schwedische Soldaten fielen in das Städtchen ein und plünderten es bis auf die Kirche und das Schloss. An dieses Ereignis, bei dem die Bürger und die Beamten der Oberhoheit das Schloss vor den Schweden verteidigten, wird regelmäßig Ende Juni im Rahmen eines Stadtfestes mit einer Demonstration der Belagerung erinnert.
In der zweiten Hälfte des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Butschowitz eines der bedeutendsten Zentren der Tuchmacherei in Mähren. Die Besitzer der damaligen Textilbetriebe gehörten zur zahlreichen jüdischen Gemeinde, von deren Existenz heute nur noch der weitläufige jüdische Friedhof zeugt. Den Juden gehörte auch ein Haus im Barock- und Klassizismusstil, das als „Strakosch-Haus“ bekannt ist und heute das am besten erhaltenes Bürgerhaus auf dem Marktplatz ist. An der Stelle seines Rücktraktes wurde kurz vor dem Ersten Weltkrieg das neue Rathaus errichtet, das wahrscheinlich das erste kubistische Bauwerk in Mähren ist.
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte eine weitere Entwicklung von Butschowitz mit sich, das zu dieser Zeit den Status einer Stadt erlangte. Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die holzverarbeitende Industrie zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt, wobei der Ruhm ihres bekanntesten Vertreters, der UP-Werke in Butschowitz, weit über die Grenzen der Region hinausreichte.
Quelle:
https://www.bucovice.cz/z%2Dhistorie%2Da%2Dsoucasnosti%2Dmesta/ds-1195/p1=47399