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Bisenz


Die Stadt Bisenz gehört zur Region des Mährischen Slowakei und hat derzeit mehr als 4 500 Einwohner. Die Gemeinde wird im Süden von den ausgedehnten Wäldern von Bisenzer Eichenwald begrenzt, während der nördliche Teil des Gemeindegebiets hauptsächlich aus mit Weinreben bepflanzten Hängen besteht. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Sirowiner Bach.

Im Laufe des Jahres finden hier zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, zu den bedeutendsten gehört die Taubenlese. Die geologischen und klimatischen Bedingungen und die Bodenqualität der Kategorie I schaffen ideale Voraussetzungen für den Anbau von hochwertigen Rebsorten. Die Weinberge von Bisenz gehörten in der Vergangenheit zu den führenden königlichen Weinbergen. Auch die lokale Obst- und Gemüsetradition reicht weit in die Vergangenheit zurück. Die erste private Konservenfabrik wurde hier 1868 gegründet. Seit 1921 wird in Bisenz Essig hergestellt.

Das Gebiet um Bisenz war bereits in der Vorgeschichte besiedelt. Davon zeugen archäologische Funde aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit, der Eisenzeit, der Römerzeit und sogar aus der Zeit der Völkerwanderung. In der Zeit des Großmährischen Reiches, also nach dem Untergang von Welehrad, soll Bisenz für eine gewisse Zeit das Zentrum Großmährens gewesen sein. In schriftlichen Quellen taucht es erstmals bei dem Chronisten Thietmar von Merseburg im Zusammenhang mit der Eroberung der Burg Businc durch den böhmischen Fürsten Udalrich im Jahr 1015 auf. Diese schriftliche Erwähnung des Sieges der Böhmen über die Polen wird jedoch einigen Historikern zufolge fälschlicherweise Bisenz zugeschrieben. Um 1230 wurde Bisenz zum Zentrum des Gespanschaftes, in den die Region Lundenburg unterteilt war. Die Stadt Bisenzwird jedoch erst in einer Urkunde von König Johann von Luxemburg aus dem Jahr 1330 erwähnt.

Der Name der Stadt entstand wahrscheinlich aus der Bezeichnung für einen mit Holunder bewachsenen Ort. Der Legende nach wurde die Stadt jedoch von Cyrill und Methodius benannt, denen Bisenz an die Stadt Byzanz erinnerte.

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts begannen sich hier Juden niederzulassen. Die jüdische Gemeinde von Bisenz gehörte zu den ältesten in Mähren. Der jüdische Friedhof mit einer Trauerhalle aus dem Jahr 1909 ist erhalten geblieben.

Die Stadt wird von einem Hügel dominiert, auf dem bereits Mitte des 13. Jahrhunderts eine Burg stand, die den Hussitenkriegen zum Opfer fiel. Ihre Funktion als Zentrum der lokalen Verwaltung übernahm eine Festung, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an der Stelle errichtet wurde, an der heute das Schloss steht. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die gotische Festung mit zwei Gräben und einer Mauer zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Dieses wurde anschließend im Barockstil umgebaut und erhielt später sein heutiges pseudogotisches Aussehen. Im Schlossgarten befindet sich die wohl größte lokale Sehenswürdigkeit – eine uralte Linde. Laut Urkunden aus dem Jahr 1604 war sie damals 500 Jahre alt.

Im Jahr 1702 wurde der Bau der Kirche St. Johannes der Täufer abgeschlossen, 1703 folgte der Bau der Kapelle St. Florian und St. Sebastian. Aufgrund ihrer Lage war die Kapelle häufig Ziel von Blitzen und Stürmen, 1915 brannte ihr Dach nach einem Blitzschlag vollständig nieder. Am 18. April 1945 wurde die Kapelle von der Nazi-Armee gesprengt. Im Jahr 2017 wurde sie wieder aufgebaut.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Stadt von den Napoleonischen Kriegen geprägt, da sie gegenüber dem Militär eine Versorgungspflicht hatte. Seit 1841 verlief durch das Gebiet von Bisenz eine Eisenbahnlinie, die Wien mit der Grenze zwischen Ostrau und Polen verband. Im Jahr 1945 wurde Bisenz von rumänischen Truppen befreit.

Im Jahr 2012 wurde der Verein "Das alte Bisenz" gegründet, der sich mit der Geschichte der Stadt befasst, Dokumente und Fotos von Bisenz sammelt und aufbewahrt und sich der Aufklärung in Form von Veröffentlichungen, Ausstellungen und Vorträgen widmet.

In diesem südmährischen Städtchen hielt sich oft bei seinen Verwandten der Maler und der Dichter Peter Kien (1919-1944) auf. Hier ist auch ein Teil seiner Jugendwerke (darunter einhundert Gedichte) entstanden.

 

Verein "Das alte Bisenz":

https://www.starybzenec.cz/uvod/

Quelle:

https://www.bzenec.cz/


Autoren

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Franz-Peter Kien

Geburtsdaten
01.01.1919
Warnsdorf

Sterbedaten
10.1944
Auschwitz

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Norbert Jokl

Geburtsdaten
25.02.1877
Bisenz

Sterbedaten
Minsk

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Max(imilian) Kurzweil

Geburtsdaten
12.10.1867
Bisenz

Sterbedaten
09.05.1916
Wien

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Franz Tilus

Geburtsdaten
21.01.1860
Bisenz

Sterbedaten
10.02.1917
Leipzig