Orlau


Die erste schriftliche Erwähnung von Orlau stammt aus dem Jahr 1223, als der Ort Teil der Siedlung Sal war, die dem Benediktinerkloster in Tyniec bei Krakau gehörte. Die Bezeichnung Orlau selbst erscheint erst etwas später. Einen bedeutenden Einschnitt stellt das Jahr 1291 dar, als die Benediktiner hier ein Kloster gründeten, das sich zu einem wichtigen wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum der Region entwickelte und das Umland bis ins 16. Jahrhundert hinein prägte.

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und sein Besitz säkularisiert. In der Folge gelangte er in die Hände mehrerer Adelsgeschlechter, darunter der Familie Cikán von Slupsko, der Bludovský von Bludov sowie später der Familie Mattencloit. Der ursprünglich agrarische Charakter der Ortschaft begann sich erst im 19. Jahrhundert zu wandeln, als die Entwicklung des Steinkohlenbergbaus einsetzte. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die im Jahr 1844 erteilte Genehmigung zur Förderung von Kohle durch die Familie Rothschild, die eine rasche Industrialisierung nach sich zog.

Mit der industriellen Entwicklung ging ein starkes Bevölkerungswachstum sowie die Entstehung von Bergarbeitersiedlungen einher. Einen wichtigen Impuls für die weitere Entwicklung bildete der Bau der Eisenbahnverbindung im Jahr 1869, durch die Orlau an bedeutende Städte angeschlossen wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden regionalen Zentrum nicht nur der Industrie, sondern auch des Bildungswesens, des Handels und der Kultur.

Im 20. Jahrhundert traten die negativen Folgen des intensiven Bergbaus zunehmend zutage, insbesondere in Form von Bergschäden, die Teile der Stadt einschließlich des historischen Kerns schwer beeinträchtigten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärfte sich diese Problematik weiter, und in den 1960er Jahren wurde sogar die Auflösung der Stadt in Erwägung gezogen. Schließlich entschied man sich jedoch für den Bau einer neuen Wohnsiedlung in Horní Lutyně, in die ein Großteil der Bevölkerung schrittweise umgesiedelt wurde. Nach 1989 kam es zu einem Rückgang der Schwerindustrie sowie zu einem tiefgreifenden wirtschaftlichen Strukturwandel.

Diese Stadt ist mit dem Leben der Autorin Nina Wostall verbunden.

Die Quelle: https://www.mesto-orlova.cz/


Autoren

Nina Wostall

Geburtsdaten
30.05.1901
Mährisch Rothwasser

Unvollendet
Karl Jering

Geburtsdaten
21.01.1914
Orlau

Sterbedaten
26.05.1990
München