Mißlitz


Mißlitz, heute Miroslav im Bezirk Znojmo (Znaim), ist eine historisch bedeutende südmährische Stadt, deren erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1222 stammt (als „Mitterdorf“ erwähnt und zum Stift Raigern zugehörig) und für die 1239 eine Pfarre bezeugt ist, 1384 wird hier eine Wasserburg erwähnt.

Im 15. Jahrhundert bestand hier vermutlich eine jüdische Gemeinde, deren Mitglieder zum Teil aus Städten wie Olmütz, Brünn und Znaim vertrieben worden waren, erste jüdische Einwohner werden bereits 1332 genannt.

Zwischen 1497 und 1569 war Mißlitz im Besitz der Valecký von Mirov, die die Wasserburg zu einem Renaissanceschloss umbauten, 1533 erhob Kaiser Ferdinand I. den Ort zum Markt. Im 16. Jahrhundert wurde das Ort lutherisch und das bis zur Gegenreformation um 1620. Der Dreißigjährige Krieg brachte mehrere Plünderungen – 1619 durch kaiserliche und 1645 durch schwedische Truppen – sowie die Entstehung der sogenannten „Schwedenschanzen“ und „Schwedenlöcher“, unterirdischer Erdställe, die möglicherweise als Schutzräume dienten.

1692-1784 wurde Mißlitz zum Besitz des Klosters Bruck, im 18. Jahrhundert erlebte das Städtchen zahlreiche Großbrände; im 19. Jahrhundert führten Choleraepidemien und wechselnde Eigentumsverhältnisse, unter anderem durch Joseph Edler von Hopfen, zu weiteren Herausforderungen.

1899 bzw. 1908 wurden die Orte Böhmdorf und Wenzeldorf eingemeindet.

Bereits vor dem Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938 war ein Großteil der hiesigen bedeitenden jüdischen Bevölkerung geflohen und viele der restlichen Juden sind später in Vernichtungslager deportiert worden; nach dem Einmarsch der Wehrmacht wurden auch Teile der hiesigen Judengasse abgerissen, am 7. Mai 1945 führte ein Luftangriff zu zahlreichen zivilen und militärischen Opfern. Nach dem Kriegsende kam es zu Plünderungen und Gewaltausbrüchen, und 1945/46 wurden große Teile der deutschen Ortsbevölkerung vertrieben, nachdem sowjetische Truppen den Ort besetzt hatten. 

Seit 1965 führt Mißlitz offiziell Stadtrechte und seit 1994 erinnert ein erneuertes Kreuz auf dem Markusberg an die früher vertriebenen Mißlitzer, die zusammen mit der tschechischen Bevölkerung an der Einweihung teilnahmen.

Weitere Informationen auf der Webseite https://www.suedmaehren.at/ort/misslitz/


Autoren

Unvollendet
Armin Brunner

Geburtsdaten
01.08.1861
Mißlitz

Sterbedaten
08.11.1929
Wien

Unvollendet
Franz Haselstein

Geburtsdaten
1851
Mißlitz

Sterbedaten
N/A

Jakob Herzog

Geburtsdaten
17.06.1842
Mißlitz

Sterbedaten
10.04.1915
Wien

Unvollendet
Josef von Neumann

Geburtsdaten
05.10.1856
Mißlitz

Sterbedaten
21.02.1923
Wien

Unvollendet
Isidor Neumann von Heilwart

Geburtsdaten
02.03.1832
Mißlitz

Sterbedaten
31.08.1906
Bad Vöslau