Rakschitz
Die Gemeinde Rakšice, heute ein Teil der Stadt Moravský Krumlov im Bezirk Znojmo, zählt zu den ältesten Siedlungen im Vorfeld der historischen Stadt und wird erstmals im Jahr 1234 schriftlich erwähnt, als der mährische Markgraf Přemysl das Dorf dem Spital des heiligen Franziskus in Prag schenkte. Das Gut ging bald in den Besitz des Ordens der Kreuzherren mit dem Roten Stern aus Hradiště bei Znojmo über, die vermutlich über längere Zeit das Patronatsrecht über die örtliche Pfarrkirche ausübten, worauf auch das Ordenswappen in der Rakšitzer Kirche des heiligen Laurentius hinweist.
Im Spätmittelalter gelangte Rakšice in den Besitz der Herren von Krumlov; beim Verkauf der Herrschaft durch Heinrich von Leipa an die Herren von Krawarn im Jahr 1369 erscheint das Dorf im Güterverzeichnis und bereits im 14. Jahrhundert bestand hier ein Gutshof, auf dem unter anderem im Jahr 1388 Maršík von Rataj ansässig war, später auch sein Sohn Markvart, der in den Jahren 1424–1438 als Anhänger der Hussiten bekannt wurde.
Über Jahrhunderte hinweg war Rakšice eine traditionelle landwirtschaftlich geprägte Siedlung mit ausgeprägt dörflichem Charakter; ein bedeutendes Wahrzeichen ist die Kirche des heiligen Laurentius, die vermutlich bereits im 13. Jahrhundert durch den Kreuzherrenorden gegründet wurde und bis heute als Kulturdenkmal geschätzt wird.
Im Jahr 1979 wurde der ursprüngliche Kataster von Rakšice formell in den Kataster von Moravský Krumlov eingegliedert, womit der Ort zu dessen administrativem Bestandteil wurde; die Siedlungsstruktur des Dorfes blieb dabei als südöstlicher Stadtteil erhalten, etwa 1,5 km vom Stadtzentrum entfernt und von der Eisenbahnlinie Brno–Hrušovany nad Jevišovkou–Šanov durchzogen.