(Mährisch) Rothmühl
Radiměř (deutsch Böhmisch/Mährisch Rothmühl) ist ein Městys (Minderstadt) etwa 6 km südlich von Zwittau. Heutzutage hat der Ort ungefähr 1200 Einwohner. Ein wichtiges Baudenkmal stellt hier die spätbarocke St.-Anna-Kirche dar.
Die Geschichte von Rothmühl wurde von seiner Lage an der böhmisch-mährischen Landesgrenze geprägt. Das zum ersten Mal 1291 erwähnte Dorf gehörte zum königlichen Herrschaftsgut Swojanow (Svojanov), also zu Böhmen. Im Jahre 1512 wurde aber Rothmühl in zwei Teile geteilt, von denen einer zu Böhmen und der andere zu Mähren gehörte. Die Gemeinden Böhmisch- und Mährisch Rothmühl existierten selbstständig bis 1939 und der komplizierte Verlauf der Landesgrenze führte manchmal zu bizarren Situationen: z. B. in der gemeinsamen Schule gab es zwei Klassenzimmer, wo die Tafeln in Mähren waren, aber die Schüler schon in Böhmen. Nach dem 2. Weltkrieg wurden aus Rothmühl die Deutschen vertrieben - es handelte sich etwa um 50% der Bevölkerung.
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