Kwassitz
Das Städtchen Kwassitz liegt am südlichen Rand der Hanna in einer Höhe von 191 m ü. M. und ist damit die am niedrigsten gelegene Gemeinde des Bezirks Kremsier. Es befindet sich in der Region Zlin zwischen den Städten Kremsier und Otrokowitz und wird vom Fluss March durchflossen. Die älteste Erwähnung von Kwassitz stammt aus dem Jahr 1141, weitere schriftliche Nachrichten erscheinen erst im Jahr 1248. Ein eigenes Wappen führt Kwassitz seit 1360; in seiner Gestaltung ähnelt es den Wappen der benachbarten Orte Krawarn und Bielau.
Eine bedeutende Dominante des Ortes ist das Schloss Kwassitz, das von einem ausgedehnten Park umgeben ist. Im Jahr 1902 erbte Jaroslav von Thun-Hohenstein die Herrschaft Kwassitz, und das Schloss wurde zu einem Treffpunkt bedeutender Persönlichkeiten; zu den häufigen Gästen gehörte beispielsweise der Maler Ferdinand Engemüller.
Kwassitz zeichnet sich zudem durch eine größere Zahl sakraler Bauwerke aus. Im Ort befinden sich die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und des heiligen Johannes von Nepomuk, die Kirche der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche sowie eine dritte, ältere Kirche auf dem örtlichen Friedhof. In den Jahren 1845–1945 gehörten Stadt und Schloss dem Adelsgeschlecht Thun-Hohenstein. Im Jahr 1849 gründeten Emanuel Proskowetz und Ferdinand Urbánek hier die erste Zuckerfabrik in Mähren.
Die Entwicklung von Kwassitz wurde im Laufe der Jahrhunderte durch zahlreiche außergewöhnliche Ereignisse unterbrochen, darunter Brände, Überschwemmungen, der Dreißigjährige Krieg, die Preußischen Kriege sowie beide Weltkriege. Im Jahr 2005 erhielt die Gemeinde das Recht, eine eigene Fahne zu führen. Gegenwärtig leben hier etwa 2 200 Einwohner.