Tscheitsch
Tscheitsch ist eine Gemeinde im Süden Mährens im Bezirk Göding, die weniger als 50 Kilometer von Brünn entfernt ist. In Tscheitsch leben fast 1300 Einwohner. Diese Gemeinde mit ihrem altertümlichen Charakter ist vor allem für ihre Weinbaugeschichte bekannt. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Gemeinde ist die Barockstatue des Heiligen Kajetan, die 1722 auf Kosten der Gräfin von Liechtenstein errichtet wurde.
Die erste urkundliche Erwähnung von Tscheitsch stammt aus dem Jahr 1222. Zu dieser Zeit gehörte das Dorf zum Kloster Porta coeli in Tischnowitz. In Tscheitsch befanden sich ein Pfarrhaus, eine Brauerei und es fanden hier regelmäßig Märkte statt. Im Jahr 1459 war die Gemeinde laut schriftlichen Aufzeichnungen infolge der Hussitenkriege bereits verfallen und später verschwunden.
Im Jahr 1769 ordnete Kaiserin Maria Theresia an, die Gemeindeweiden bei Tscheitsch zu pflügen, um auf dem so gewonnenen Land neue Siedlungen zu gründen. Der damalige Verwalter der kaiserlichen Güter rief französische Familien zur Besiedlung der ungarischen Güter auf. Diese Familien stammten aus Lothringen und der Region Burgund-Franche-Comté, genauer gesagt aus dem Dorf Déservillers. Im Laufe des Jahres ließen sich insgesamt 54 Familien in Tscheitsch nieder.
In den Jahren 1771–1772 litt die Gemeinde unter Missernten, Teuerung und Hunger, außerdem starben 50 Kolonisten an der Pest. Infolge der Schwierigkeiten blieben in Tscheitsch Ende 1722 nur noch 17 Familien übrig, sodass die übrigen Plätze von Bewohnern der Nachbargemeinde Howoran besetzt wurden. Die neue Siedlung, die ursprünglich als rein französisch gedacht war, wurde also schon seit ihrer Gründung zu einem Dorf mit ethnisch gemischter Bevölkerung, was sich in Zukunft auf die baldige Assimilation der französischen Kolonisten auswirkte.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Gemeinde einen großen Aufschwung. Im Jahr 1825 wurde in Tscheitsch ein Kurort mit einer heilenden Schwefelquelle errichtet, der unmittelbar nach seiner Fertigstellung viele Gäste aus der nahen und ferneren Umgebung anzog.
Quellen: