Schreibwald (Brünn)


Schreibwald (Brünn) ist heute ein Stadtteil westlich des Zentrums von Brünn, dessen Gebiet über Jahrhunderte hinweg nur dünn besiedelt war und überwiegend einen natürlichen Charakter aufwies. Der größere Teil gehörte zu Altbrünn, kleinere Teile zu umliegenden Gemeinden. Der Name der Lokalität ist erstmals 1673 in einem Güterverzeichnis des Altbrünner Klosters belegt und leitet sich von älteren Ortsbezeichnungen wie „Schreiberwald“ oder „Schreiberwiese“ ab, was auf den Zusammenhang mit der klösterlichen Güterverwaltung hinweist.

Bereits im Mittelalter führte durch dieses Gebiet eine steinerne Leitung der ersten Brünner Wasserleitung, die ab 1416 errichtet wurde. Ein bedeutendes Objekt war auch die Steinmühle, die erstmals 1366 erwähnt wird und zu den wenigen Bauwerken in der ansonsten nur spärlich bebauten Landschaft an der Schwarza gehörte. Im 17. und 18. Jahrhundert bewahrte das Gebiet überwiegend seinen wald- und wiesenartigen Charakter ohne geschlossene Bebauung.

Zu stärkeren Veränderungen kam es erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Vor 1815 wurde im südwestlichen Teil des Gebietes das im Empirestil errichtete Bauerschlösschen erbaut, das zu einer markanten Dominante der Landschaft wurde. In seiner Umgebung entwickelte sich nach und nach weitere Tätigkeit, später entstanden hier auch Industrieobjekte, darunter eine Zuckerfabrik, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstand eine Villenbebauung, insbesondere entlang der heutigen Straßen Hlinka-Straße und Rudererstraße, was mit der Ausdehnung Brünns und dem Interesse am Bau repräsentativer Wohnhäuser in ruhigerer Lage am Stadtrand zusammenhing.

Die verwaltungsmäßige Entwicklung des Gebietes verlief schrittweise. Im Jahr 1850 wurden die zu Brünn gehörenden Teile von Schreibwald offiziell der Stadt eingegliedert, ein weiterer kleinerer Teil folgte 1892. Die endgültige Eingliederung des gesamten Katastralgebietes nach Brünn erfolgte 1919. Eine bedeutende Veränderung brachte der Bau des Brünner Messegeländes in den Jahren 1926–1928 in der Niederung westlich des Bauerschlösschens; das Areal wurde während des Zweiten Weltkriegs beschädigt, nach dem Krieg erneuert und in den 1950er Jahren erweitert. Ein selbständiges Katastralgebiet von Schreibwald entstand erst bei der zweiten Brünner Katasterreform Ende der 1960er Jahre.

Die Quelle: https://cs.wikipedia.org/wiki/Pis%C3%A1rky


Autoren

Unvollendet
Josef Trübwasser

Geburtsdaten
03.04.1867
Schreibwald (Brünn)

Sterbedaten
03.06.1902
Iglau