Kiritein
Die erste schriftliche Erwähnung von Kiritein stammt aus dem Jahr 1237, als Papst Gregor IX. dem Kloster Zábrdovice den Besitz einschließlich des Dorfes Kiritein bestätigte. Wahrscheinlich existierte die Siedlung jedoch bereits zuvor im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Zábrdovice vor 1209. Im 13. Jahrhundert standen hier zwei Kirchen, eine ältere romanische und eine neuere gotische, und Kiritein wurden zu einem bedeutenden marianischen Wallfahrtsort in Mähren. Im Jahr 1611 brach ein großer Brand aus, der das Pfarrhaus und einen Teil des Dorfes zerstörte, woraufhin das Dorf seinen Alltag und die Wallfahrtstradition allmählich wieder aufnahm.
Zwischen 1718 und 1750 wurde nach Entwurf von Jan Blažej Santini die barocke Wallfahrtsbasilika von Kiritein errichtet, die 1770 geweiht wurde und zur dominanten Bauanlage des Marktortes Kiritein wurde. Nach der Aufhebung des Klosters Zábrdovice im Jahr 1784 ging der Besitz in private Hände über, und im 19. Jahrhundert wechselten Kiritein mehrfach die Besitzer; zuletzt gehörte der Ort Jan II. von Liechtenstein bis zur Gründung der selbstständigen Tschechoslowakei. In dieser Zeit kam es auch zu einem Brand der Kirche und zum Austausch der Glocken, während sich die Region touristisch entwickelte, unter anderem durch den Fund des Gräberfeldes in der Býčí skála bei Kiritein und die Höhlen im Výpustek nahe Kiritein.
Während des Ersten Weltkriegs fielen viele Einwohner von Kiritein, zu deren Ehren ein Denkmal errichtet wurde. In der Zwischenkriegszeit wurden Schulen und öffentliche Gebäude in Kiritein gebaut. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte das Militär die umliegenden Höhlen, einschließlich des Výpustek bei Kiritein, und es fanden Kämpfe um die Befreiung von Kiritein statt, bei denen mehrere Einwohner ums Leben kamen. Nach dem Krieg entwickelte sich das gesellschaftliche Leben weiter, es entstanden Kultur- und Sportvereine, und das Schloss des ehemaligen Großgrundbesitzes in Kiritein wurde von der Landwirtschaftlichen Hochschule Brünn übernommen, die hier den Schulwaldbetrieb gründete und das Schloss später zu einem Konferenz- und Erholungshaus umgestaltete.
Die Quelle: https://www.krtiny.cz/