Königsfeld (Brünn)


Das Gebiet, auf dem sich heute Königsfeld erstreckt, war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, ebenso später in der Bronze- und Eisenzeit. Um die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert gründeten Slawen hier eine Siedlung, die als eine der wenigen Ortschaften in der Umgebung von Brünn auch den Untergang des Großmährischen Reiches überdauerte. Die erste schriftliche Erwähnung von Königsfeld stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Damals gehörte der Ort dem Landesherrn, befand sich jedoch auch im Besitz von Brünner Bürgern und Mönchen verschiedener Orden. Im Jahr 1375 gründete Markgraf Johann Heinrich ein Kartäuserkloster, das zum größten Grundbesitzer in der Umgebung wurde. Im Zuge der josephinischen Reformen wurde das Kloster 1782 aufgehoben, und die Herrschaft ging an den Religionsfonds über, der sie 1825 an private Eigentümer verkaufte.

Am 8. Mai 1844 wurde die Gemeinde zum Markt erhoben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte Königsfeld einen starken Aufschwung, der mit der industriellen Produktion und der Ansiedlung von Betrieben verbunden war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Industrie rasch, was die städtebauliche Entwicklung maßgeblich beeinflusste und zu einem deutlichen Wachstum des Ortes führte. Im Jahr 1885 wurde Königsfeld an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was sowohl die wirtschaftliche als auch die demographische Entwicklung förderte. 1905 erhielt Königsfeld das Stadtrecht.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, wurde Königsfeld an die Stadt Brünn angeschlossen und begann sich in deren städtische Struktur einzugliedern. Im 20. Jahrhundert setzte sich die Entwicklung neuer Wohn- und Stadtviertel außerhalb des ursprünglichen Dorfkerns fort, vor allem westlich der Hauptverkehrsstraße in Richtung Stadtzentrum. 1924 entstand als städtebauliche Dominante des neuen Ortsteils das Gebäude der Sparkasse mit Wohnhäusern, das im Zusammenhang mit der Errichtung weiterer öffentlicher Bauten und Institutionen der Zwischenkriegszeit stand.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wandelte sich Königsfeld zu einem ausgedehnten Stadtviertel mit bedeutenden kulturellen und gesellschaftlichen Zentren. Es wurden Schulen, Vereinshäuser und kulturelle Einrichtungen errichtet. Im Park Božetěch wurde 1946 ein Denkmal für die gefallenen Angehörigen der Roten Armee enthüllt, die bei der Befreiung von Königsfeld, Retschkowitz, Oberschowitz und Ritschan gefallen waren.

In den Jahren nach 1990 erfolgte eine weitere formale Festlegung der Grenzen des Stadtteils, der erneut als selbstverwalteter Teil von Brünn bestätigt wurde.

Die Quelle: https://www.kralovopole.brno.cz/


Autoren

Unvollendet
Alfred Klement von Treldewehr

Geburtsdaten
1889
Königsfeld (Brünn)

Sterbedaten
1957
Regensburg