Schidrowitz


Die Gründungszeit von Schidrowitz ist nicht bekannt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1365, als Georg von Lichtenburg, Lehnsträger von Bittau, von Protivina von Schidrowitz einen Teil des Dorfes erwarb. Im Jahr 1459 befand sich Schidrowitz im Besitz von Smil von Lichtenburg, 1464 im Besitz von Heinrich von Lichtenburg, 1529 erneut im Besitz eines Heinrich von Lichtenburg, 1546 im Besitz von Wenzel dem Jüngeren von Lichtenburg und 1575 im Besitz von Bohunka von Bittau aus dem Hause Lichtenburg und ihrem Ehemann Markwart Rájecký von Mírov.

Markwart Rájecký von Mírov verschuldete seinen Besitz, sodass die Eheleute gezwungen waren, die Feste Schidrowitz, den Meierhof mit dem Vorwerk sowie das Dorf Schidrowitz zusammen mit weiteren Gütern zu veräußern. Im Jahr 1579 wurde dieser Besitz für 28.500 Gulden an die Stadt Znaim verkauft. Damit entstand der sogenannte Obere Besitz mit Verwaltungssitz in Schidrowitz. Znaim erwarb ihn vor allem wegen der ausgedehnten Wälder, die die Stadt mit Brennholz sowie Holz für öffentliche und bauliche Zwecke und für die Znaimer und Wolframitzer Brauereien versorgen sollten. Der Obere Besitz bestand bis 1849, als die Patrimonialverwaltung aufgehoben wurde. Znaim behielt die Wälder, während der übrige Besitz parzelliert und verkauft wurde.

Vor dem Dreißigjährigen Krieg bestanden in Schidrowitz zwölf Anwesen, von denen neun besetzt waren und drei wüst lagen. Bis 1671 wurden zwei weitere Anwesen wiederbesiedelt. Zu dieser Zeit lebten im Dorf vier Vollhüfner, fünf Halbhüfner und zwei neu angesiedelte Vollhüfner. Nach dem Theresianischen Kataster verfügte Schidrowitz über 801,7 Joch Ackerland und 4,5 Joch Gärten. Zum dortigen Oberen Besitz gehörte außerdem ein herrschaftlicher Meierhof, der innerhalb der Schidrowitzer Gemarkung über 606 Joch Ackerland, 278,4 Joch Weideland und 6 Joch Gärten verfügte.

Die Untertanen waren zur Robot verpflichtet. Neun Bauern mit je zwei Pferden sowie sechs Inwohner hatten drei Tage pro Woche Frondienst zu leisten; im Sommer waren die Bauern zusätzlich mit zwei Pferden oder zu Fuß robotpflichtig. Weitere zwei Bauern mit je zwei Ochsen hatten jährlich 156 Robotttage zu leisten. Im Jahr 1781 wurde die Robot in Schidrowitz aufgehoben und durch bezahlte Arbeit ersetzt. Die Aufhebung erfolgte im Zusammenhang mit dem von Kaiser Joseph II. erlassenen Patent zur Abschaffung der Leibeigenschaft.

Nach der Aufhebung des Oberen Besitzes im Jahr 1849 entwickelte sich Schidrowitz als selbstständige Gemeinde weiter. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft und vom Handwerk.

https://ctidruzice.cz/historie-obce


Autoren

Unvollendet
Karl von Kopal

Geburtsdaten
03.02.1788
Schidrowitz

Sterbedaten
17.06.1848
Vicenza