Deutsch Hause
Die Gemeinde Deutsch Hause gehört zu den ältesten Siedlungen der Region Rýmařov und ihre Geschichte reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1141, als sie in einer Urkunde des Olmützer Bischofs Heinrich Zdík unter dem Namen Guzoue aufgeführt wird. Zu dieser Zeit gehörte die Siedlung zum Besitz des Olmützer Bistums, das ihre weitere Entwicklung maßgeblich prägte.
Im Mittelalter war Deutsch Hause Teil der bischöflichen Güter und fungierte als ein bedeutendes Kolonisationszentrum des Umlandes. Die Besiedlung erfolgte schrittweise; neben der ursprünglichen slawischen Bevölkerung ließ sich im Laufe der Zeit auch eine deutschsprachige Bevölkerung nieder. Die Gemeinde wurde als Lehnsgut verwaltet, wobei sich ihre Besitzer im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach wechselten und sie in enger Verbindung zu benachbarten Herrschaften stand.
In der frühen Neuzeit kam es zu weiteren Veränderungen in Besitz- und Verwaltungsstrukturen. Einen wichtigen Einschnitt stellte das Jahr 1606 dar, als das örtliche Gut an die Stadt Olmütz veräußert wurde. In den folgenden Jahrhunderten war Deutsch Hause von den typischen Entwicklungen ländlicher Räume geprägt, darunter wirtschaftliche Schwierigkeiten sowie wiederkehrende Brandkatastrophen.
Grundlegende Veränderungen brachte das 20. Jahrhundert mit sich. Nach dem Jahr 1938 wurde die Gemeinde in das nationalsozialistische Deutsche Reich eingegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung. In der Folge wurde die Gemeinde durch Zuzug von Bewohnern aus verschiedenen Teilen der Tschechoslowakei neu besiedelt, was zu tiefgreifenden Veränderungen der demographischen und sozialen Struktur führte. Die historische Entwicklung von Deutsch Hause spiegelt somit in exemplarischer Weise die übergeordneten Prozesse der Regional- und mitteleuropäischen Geschichte wider.
Die Quelle: https://cs.wikipedia.org/wiki/Huzov%C3%A1