Padochau
Padochau entstand im 16. Jahrhundert; die erste schriftliche Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahr 1548, als sie zur Herrschaft Oslawan gehörte und ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf an der Grenze zwischen der Thaya-Schwarza-Talsenke und der Böhmisch-Mährischen Höhe bildete. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Padochau stark verwüstet und entvölkert. Erst im 18. Jahrhundert begann sich der Ort wieder zu erholen, nachdem in der Umgebung Steinkohle entdeckt worden war und sich der Bergbau im Rossitz-Oslawaner Steinkohlenrevier entwickelte, das das Leben im Dorf über mehr als zweihundert Jahre prägte. Im Jahr 1818 wurde als bedeutende Stiftung für die Gemeinde eine Statue des heiligen Johannes von Nepomuk errichtet. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden in der Umgebung mehrere Schächte zur Kohleförderung niedergebracht – 1848 entstand der Franziska-Schacht und 1858 der Schacht Borhloch, der als Wetter- und Hilfsschacht diente.
Im Jahr 1879 wurde Padochau von Oslawan getrennt und erlangte die Selbstständigkeit; zum ersten Bürgermeister wurde Hugo Schöffel gewählt. In der Folgezeit wurden wichtige Verkehrsverbindungen ausgebaut, darunter die Straße zwischen Padochau und Eibenschütz, die 1898 fertiggestellt wurde. In den Jahren um die Entstehung der Tschechoslowakischen Republik wurde František Daniel zum Bürgermeister gewählt, und anlässlich der Feierlichkeiten zur Staatsgründung fanden Umzüge und öffentliche Feiern mit der Pflanzung von Gedenkbäumen statt.
Im 20. Jahrhundert wurde die Masaryk-Jubiläums-Volksschule errichtet, die am 24. Juni 1930 feierlich eröffnet wurde und als bedeutende öffentliche Institution diente. Bereits 1928 war im Flurteil Žlíbek mit Hilfe des örtlichen Schulleiters ein Gemeindegarten angelegt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das gesellschaftliche Leben im Ort erneuert, darunter Theateraufführungen und kulturelle Veranstaltungen unter der Trägerschaft lokaler Vereine.
Im Jahr 1945 wurde in Padochau die Jugendorganisation Junák gegründet; die Gründungsversammlung fand am Fest Peter und Paul statt, wobei die erste Leitung gewählt wurde. Das Gemeindeleben setzte sich mit verschiedenen gesellschaftlichen Ereignissen und Traditionen fort, darunter jährliche Läufe und weitere Veranstaltungen zur Stärkung des Gemeinschaftslebens.
Verwaltungsmäßig war Padochau ab 1850 kurzzeitig Teil von Oslawan bis 1879, danach blieb es selbstständige Gemeinde bis 1980, als es erneut Oslawan angeschlossen und zu dessen Stadtteil wurde. Trotz dieser Veränderungen bewahrte sich der Ort den Charakter eines malerischen Dorfes mit einer reichen Geschichte, die von den Anfängen des Kohlebergbaus bis zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben des 20. Jahrhunderts reicht.
Die Quelle: https://www.padochov.cz/