Wěžnitz
Erste schriftliche Erwähnungen der Gemeinde Věžnice stammen aus dem Jahr 1509, die eigentliche Gründung der Gemeinde erfolgte jedoch bereits im 13. Jahrhundert während der Besiedlung der Region durch das Benediktinerkloster in Třebíč. Der Name der Gemeinde leitet sich wahrscheinlich vom Wort „Turm“ ab, da sich hier einst ein Wach- oder Kirchturm befunden haben soll. Nach einer örtlichen Sage handelte es sich um einen hölzernen Turm, der neben einer hölzernen Feste stand, welche sich in früheren Zeiten ein örtlicher Ritter in einer von sumpfigen Wäldern bedeckten Landschaft errichten ließ.
Im Laufe der Geschichte hatte Věžnice viele Besitzer. Ab dem Jahr 1512 wechselten sich verschiedene Adlige ab, bis die Gemeinde nach der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1620 von der kaiserlichen Kammer konfisziert wurde. Im Jahr 1627 wurde das Dorf den Iglauer Jesuiten geschenkt, denen es bis zur Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773 gehörte. Danach gelangte die Gemeinde erblich in den Besitz des Bürgers Václav Kalcher, der sie verpachtete. Im Jahr 1849 wurde sie von Jan Nussbaum erworben, und gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging sie in den Besitz des Barons Karl Schiller von Landskron über. Dieses Eigentum wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 konfisziert.
In der Vergangenheit bestanden in der Gemeinde eine Schule, eine Schmiede und eine Mühle, und die Mehrheit der Einwohner lebte von der Landwirtschaft. Laut der Volkszählung von 1930 lebten in Věžnice 294 Einwohner, überwiegend römisch-katholischen Glaubens. Die im Jahr 1922 errichtete Mühle diente ihrem Zweck bis 1948. Ein Teil der Bewohner ging zur Arbeit in die umliegenden Gemeinden, insbesondere nach Jamné. Das religiöse Leben nahm in der Gemeinde eine bedeutende Stellung ein.
Nach dem Jahr 1948 wurde die Gemeinde von der Kollektivierung der Landwirtschaft betroffen, und es entstand eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, wobei eine Bauernfamilie ihre private Bewirtschaftung beibehielt. Ein wichtiges gesellschaftliches Zentrum war das Gasthaus U Zámků, in dem sich auch das erste Gemeindetelefon befand. Eine Busverbindung wurde erst im Jahr 1960 in die Gemeinde eingeführt. In den Jahren 1980 bis 1990 war Věžnice Teil der zentralen Gemeinde Jamné.
Quelle: https://www.obecveznice.eu/o-obci/ds-50?utm_source=chatgpt.com
Autoren
Geburtsdaten
18.11.1848
Wěžnitz
Sterbedaten
30.06.1920
Reutte