Lilli Recht: Ziellose Wege


Jahr der Publikation
1936
Verlag
Verlag Heinrich Mercy Sohn
Publikationsort
Prag
Gattung
Gedicht
Bibliographische Daten
Recht, Lilli: Ziellose Wege. Verlag Heinrich Mercy Sohn, Prag 1936.
Art der Veröffentlichung
Separate Veröffentlichung

Der einzige veröffentlichte Gedichtband von Lilli Recht - Ziellose Wege - bildet einen Gegenteil zu ihren Prosatexten, die meistens von journalistischer Sachlichkeit und beißendem Humor gekennzeichnet sind. Die Stimmung der Gedichte bestimmt vor allem Einsamkeit und Melancholie. Für die Gedichte ist auch eine gewisse Entpersönlichung und Entindividualisierung charakteristisch, was eine typische Einstellung der Neuen Sachlichkeit ist. Dies ist sehr deutlich an der Position des dichterischen Ichs zu erkennen. Lilli Recht benutzt den Ich-Dichter, den Individuellen fast nicht, statt dessen kommen oft "wir" (als Bezeichnung der damaligen Generation) oder "man" (die für die Menschen als solche steht) vor. Trotzdem spielt aber das Ich in den Gedichten eine wichtige Rolle, die Lyrik ist von Ich-Standpunkten und Ich-Erlebnissen geprägt. Der Ton der Gedichte ist sehr sachlich, melancholisch und zeigt eine gewisse Distanziertheit auf, die Sprache ist dagegen eher sehr blumig.

2020 wurde eine neue Publikation Ziellose Wege in der Reihe 'poetica moraviae' veröffentlicht, die nicht nur gefundene Lyrik- und Prosatexte von Lilli Recht enthält, sondern auch durch ein ausführliches Vorwort, einen bibliografischen Apparat und eine biografische Tabelle ergänzt wird, deren Autor Uwe Czier ist, der Hauptexperte für Lillis Leben und Werk.