Viktor Bauer: Zentraleuropa

Ein lebendiger Organismus
Jahr der Publikation
1936
Verlag
Irrgang
Publikationsort
Brünn-Leipzig
Gattung
Essay, Wissenschaftliche, pädagogische u.a. Publikation
Bibliographische Daten
Zentraleuropa. Ein lebendiger Organismus. Irrgang, Brünn-Leipzig 1936.
Art der Veröffentlichung
Separate Veröffentlichung

In dieser Publikation entwirft der Autor mit großem Selbstbewusstsein seine eigene Konzeption des zentraleuropäischen Raums, indem ganze Völker als lebendige Organismen begreift („Völkerbiologie“).  Das ganze Europa besteht laut Bauers Buch aus drei Elementen: dem materialistischen, leistungsbezogenen, aber auch alternden „Westen“, dem naturnahen und vitalen slawischen „Osten“, der dem friedlichen yin-Prinzip entspricht, und den vermittlenden Juden („Orient“). Die kulturtragende Rolle im doch etwas zurückgebliebenen  „Osten“ schreibt der Autor schließlich den Deutschen zu, obwohl er sich sonst gegen die germanozentrische Mitteleuropa-Idee abgrenzt. Bauers Zentraleuropa, die ideale Übergangsregion, erstreckt sich zwischen Danzig, Triest, Königsberg und Odessa, aber in der Definition spielen auch biologische, geographische, ökonomische sowie linguistische Kriterien eine Rolle.

Ein ziemlich ungewöhnliches Element in Bauers Gedanken bezeichnet Milan Horňáček als „Rassismus mit umgekehrten Vorzeichen“. Bauer plädiert für die „Rassenmischung“, der die Zentraleuropäer ihre spezifische Stellung und Eigenschaften verdanken. Bauer versucht aber nicht, eugenische Eingriffe zu planen, sondern er betont die instinktive Natur dieses Prozesses. Die Tschechoslowakei und insbesondere Mähren stellen für Bauer den idealen Raum für die Entstehung des übernationalen Europäers. 

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Der eingescannte Text (Masaryk-Universität Brünn)