Viktor Bauer: Co jsem prožil u nás po převratu


Jahr der Publikation
1929
Verlag
Selbstverlag
Publikationsort
Brno
Gattung
Essay, Biographie/Autobiographisches (Tagebuch, Memoiren…)
Bibliographische Daten
Co jsem prožil u nás po převratu. Selbstverlag, Brno 1929.
Art der Veröffentlichung
Separate Veröffentlichung

Die hier formulierte Kritik, die z. T. freilich auch persönlich, durch den Verlust eines großen Teils des Familienbesitzes , motiviert war, richtet sich v. a .gegen die Bodenreform und die Minoritätenpolitik der ČSR, die Bauer als kurzsichtig und ihre Folgen als fatal betrachtet. Die Idee eines "reinen" Nationalstaates sei grundsätzlich verfehlt, denn sie lasse sich nie und niemals verwirklichen und auch wenn sie sich verwirklichen ließe, wäre das fatal, denn die Natur fordert nach Bauer Diversität sowohl der Individuen als auch ganzer Völker. Je größer die Diversität, desto erfolgreicher das entsprechende Individuum oder Volk. In gleichem Atemzug kritisiert Bauer ebenfalls den überspannten Nationalismus (ein Schlüsselthema auch seiner späteren Werke), der in Europa immer mehr Schäden anrichte, und entwickelt das Konzept eines "wahren Nationalismus", der dank seiner gesamteuropäischen bzw. gesamtmenschlichen Ausrichtung imstande sein soll, andere Nationen zu respektieren. Um diesen "wahren Nationalismus" verwirklichen zu können, sei es notwendig, sich auf das gemein Europäische bzw. Menschliche zu konzentrieren und das gegenseitige Misstrauen zwischen den Völkern zu überwinden, wozu besonders die Slawen fähig seien.

Milan Horňáček: Zentraleuropa als "lebendiger Organismus" Viktor Bauers Zivilisationskritik im Kontext der Mitteleuropa-Konzeptionen der Zwischenkriegszeit. In: Germanoslavica, Jahrgang 24, 2013, Nr. 2, S. 18-34, hier 25-26.