Philipp Langmann: Bartel Turaser

Drama in drei Akten
Jahr der Publikation
1897
Verlag
Friese
Publikationsort
Leipzig
Gattung
Drama
Bibliographische Daten
Bartel Turaser. Drama in drei Akten. Friese, Leipzig 1897.
Art der Veröffentlichung
Separate Veröffentlichung

Bartel Turaser ist ein Proletarierdrama in drei Akten. Die Hauptfiguren sind Bartel Turaser, sein Sohn, Meister Kleppel, Maria und Anna.

Der erste Teil des Dramas spielt im Bauernhaus von Bartel Turaser. Hier versammeln sich alle unzufriedenen Arbeiter, die einen Streik planen, weil sie eine sofortige Kündigung aus der Baumwollfabrik bekamen. Sie verlangen die Entlassung des Meisters Kleppel. Zusammen warten die Arbeiter auf das Urteil des Gerichts, denn Kleppel missbrauchte seine Macht gegenüber den jungen Arbeiterinnen Maria und Anna und wurde daher vor Gericht geladen.

Meister Kleppel bietet Bartel Geld dafür an, dass er morgen zu seinen Gunsten vor dem Gericht aussagen wird. Die Aussage von Bartel soll eine große Rolle spielen. Kleppel wird schließlich freigesprochen und Turaser bekommt das versprochene Geld. Für das Geld, das er von Kleppel für seine Unterstützung vor Gericht bekam, kauft seine Frau viel Essen ein. Zehn Tage später werden zwei Särge aus Turasers Bauernhaus getragen. Beide Kinder starben: Sie überfraßen sich. Turaser gibt zu, dass er vor Gericht gegen die jungen Arbeiterinnen Maria und Anna falsch ausgesagt hat, um Geld für seine Kinder zu bekommen und geht freiwillig zum Gericht, um sich schuldig zu bekennen. (Kateřina Rolná, Studentin)

Mit dem Proletarierdrama Bartel Turaser, welches im Jahre 1897 im Verlag Friese erschien und dessen Erstaufführungen in Wien und Berlin riesige Ovationen hervorriefen, landetet Langmann einen großen Erfolg. Des Öfteren wird dieses Stück mit dem Drama Die Weber von G. Hauptmann verglichen, wobei Langmann die Rolle der Arbeiter als einzelne Individuen in den Vordergrund stellt, während Hauptmann eher die Wirkung der Masse betont. Das Drama beruht teilweise auf einer wahren Begebenheit. Langmann passt jedoch die Geschehnisse, die sich während eines Streiks in einer Brünner Hutfabrik tatsächlich ereignet hatten, an die dramatische Bearbeitung an und fügt manche fiktiven Szenen hinzu.