Hugo Zuckermann


Geburtsdaten
15.05.1881
Eger
Sterbedaten
23.12.1914
Eger

Verbindungen
Otto Abeles
Oskar Rosenfeld

Gebiete
Eger

Hugo Zuckermann war Dichter, Jurist, Schriftsteller und eine bedeutende Persönlichkeit der zionistischen Bewegung. Er studierte in Wien, wo er sich in jüdischen Studentenorganisationen engagierte – zunächst als Mitglied des Vereins zionistischer Hochschüler Theodor Herzl in Wien und später auch der jüdischen akademischen Verbindung Libanonia.

Im Jahr 1907 gründete er gemeinsam mit dem Schriftsteller Oskar Rosenfeld und weiteren eine Künstlergruppe, die moderne jiddische Dramen in deutscher Sprache aufführte; diese Initiative bestand etwa ein bis zwei Jahre. Zuckermann widmete sich außerdem Übersetzungen aus dem Jiddischen ins Deutsche sowie dem Verfassen von Gedichten, deren thematische Spannbreite von Liebeslyrik bis hin zu zionistischen und jüdischen Motiven reichte.

Während des Ersten Weltkriegs verfasste er mehrere Kriegslieder, von denen insbesondere das Reiterlied (1914) große Bekanntheit erlangte und von Franz Lehár vertont wurde. Im Krieg wurde Zuckermann in Galizien schwer verwundet und anschließend in ein Lazarett in seiner Heimatstadt Eger (tsch. Cheb) gebracht. Am 23. Dezember 1914 starb er im Alter von 33 Jahren; posthum wurde ihm von Kaiser Franz Joseph I. das Militärverdienstkreuz verliehen. Die Gedichtsammlung Gedichte wurde nach seinem Tod von seinen Freunden herausgegeben.

In Eger wird Zuckermann bis heute erinnert, unter anderem durch ein Denkmal, das 1969 als Würdigung sowohl seiner Person als auch des jüdischen Erbes der Stadt enthüllt wurde.

 

Quellen: siehe Links unten

Werke

Jahr der Publikation
Österreichisches Reiterlied 1913
Gedichte 1915

Forschungsliteratur

MLSOVÁ CHMELÍKOVÁ, Jitka. Osudy chebských Židů: chebští Židé od 2. poloviny 19. století do současnosti. 1. vydání. Cheb: Chebské muzeum, 2000. 148 stran. ISBN 80-85018-23-3.
MLSOVÁ CHMELÍKOVÁ, Jitka. Od narození chebského básníka Zuckermanna uplynulo 120 let: Výročí/ V roce 1915 udělil císař František Josef I. našemu rodákovi posmrtně vojenský kříž. In: Chebský deník 10, 126 (20010531), s.15. Cheb, 2001. ISSN 1210-5155.
HAHNL, Hans Heinz. Vergessene Literaten. Fünfzig österreichische Lebensschicksale. Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1984, ISBN 3-215-05461-2, S. 135–138
HOFFMANN, Daniel: Hugo Zuckermann. In: KILCHER, Andreas B. (Hrsg.): Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur. Jüdische Autorinnen und Autoren deutscher Sprache von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000, ISBN 3-476-01682-X.

Links

Hugo Zuckermann auf der Webseite „Osobnosti Chebska“ („Persönlichkeiten Egerlands“; auf Tschechisch)
Hugo Zuckermann auf der Webseite der Stadtbibliothek in Eger (auf Tschechisch)
Hugo Zuckermann auf Wikipedia