Meir Marcell Färber


Unvollendet
Pseudonym
Meir Reubeni, A. Rondan
Geburtsdaten
29.04.1908
Mährisch Ostrau
Sterbedaten
1993
Tel Aviv

Verbindungen
Max Zweig

Meir Marcell Faerber (Färber; Ps. Meir Reubeni, A. Rondan) kam 1908 in Mährisch Ostrau zur Welt, als Sohn des Rabbiners und seiner aus Wien stammenden Frau. Im Unterschied zu vielen anderen jüdischen Schriftstellerkollegen seiner Generation wuchs Faerber in einer bewusst jüdischen, von religiöser Tradition und zionistischen Ideen geprägten Lebenswelt heran. Im Bewusstsein der Schicksalsverbundenheit mit dem Leiden des jüdischen Volkes stellte Faerber sein literarisches und journalistisches Schaffen in den Dienst des Kampfes gegen Vergessen und Verdrängen. Als vorrangige Aufgabe des Schriftstellers und Journalisten betrachtete er es, über Unmenschlichkeit aufzuklären und an einer Verbesserung der menschlichen Gesell­schaft mitzuwirken.

Zum epischen Werk Faerbers zählen außer der Novelle Lola (1926) die Erzählsammlungen Ringende Seelen (1974) und Brennende Eifersucht (1983) sowie die Erzählung Der wandernde Bote (1981). Seine Erzählungen spielen teilweise vor historischem Hintergrund, teilweise handeln sie im Israel der Gegenwart. Außer den dramatischen Texten Auf der Flucht erschossen und Residenz Schuschan publizierte er 1991 das Drama Aus unbekannten Motiven. In hebräischer Sprache veröffentlichte er die beiden Kinderbücher Ben Hamelech Hinotaw (1950) und Dudaim (1951) sowie die Sammlung israelischer Märchen und Sagen Schirat h’ajam (1956).

Werke

Jahr der Publikation
Lola 1926
Gefühl und Gedanke 1928
Zionismus, gestern- heute- morgen 1929
Auf der Flucht erschossen 1933
Orient-Express 1935
Achtung! Achtung! Tel-Aviv sendet Zionismus: Satiren 1936
Mein Tel-Aviv 1940
Residenz Schuschan 1944
Dr. Emil Margulies 1949
Ben Hamelech Hinotaw 1950
Dudaim 1951
Schirat h’ajam 1956
Josef Nedava: Trebitsch-Lincoln 1957
Das Parlament Israels 1958
Märchen und Sagen aus Israel 1969
...die Israel führen 1971
Ringende Seelen 1974
Stimmen aus Israel 1979
Worte 1980
Der wandernde Bote 1981
Samuel S. Cahana: Sagen und Legenden aus Israel 1981
Brennende Eifersucht 1983
Drei mal drei Glieder einer Kette 1985
Ernstes und Heiteres 1986
Israel in Tanka-Versen 1987
Auf dem Weg 1989
Menagerie 1990
Statt einer Autobiographie 1990
Von Abraham bis Salomo 1991
Aus unbekannten Motiven 1991
Deutschsprachige Literatur in Israel 1993
Österreichische Juden 1996

Forschungsliteratur

Wallas, Armin A.: Meir Marcell Färber - Kulturvermittler und Humanist. In: Färber, Meir Marcell: Österreichische Juden. Historische Streiflichter. Alekto, Klagenfurt 1996, S. 133-139.
Wallas, Armin A.: Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Dramen deutschsprachiger Schriftsteller in Israel. In: „Wir tragen den Zettelkasten mit den Steckbriefen unserer Freunde„. Beiträge jüdischer Autoren zur deutschen Literatur seit 1945. Acta-Band zum Symposion. Universität Osnabrück, 2. - 5. 6. 1991. Jens Stüben u.a. (Hgg.). Jürgen Häusser, Darmstadt 1994, S. 85-104.
Kleine Verbündete/Little Allies. Vertriebene österreichische Kinder- und Jugendliteratur/Austrian Children’s and Juvenile Literature in Exile. Ursula Seeber u.a. (Hgg.). Picus, Wien 1998, S. 119.