Koritschan
Die Geschichte der Stadt Koritschan im Marsgebirge ist lang und vielschichtig. Die älteste schriftliche Erwähnung der Region stammt aus dem Jahr 1131, als das Gebiet dem Erzdiakonat Lundenburg unterstand, wobei von einer deutlich älteren Besiedlung auszugehen ist. Im 14. Jahrhundert prägte insbesondere Bernhard von Cimburg die bauliche und kulturelle Entwicklung der Gegend. Nach dem Erwerb der umliegenden Besitzungen ließ er nach 1320 die Burg Nový Cimburk errichten, während Koritschan zum administrativen Zentrum der Herrschaft wurde. Nach seinem Tod veräußerte sein Enkel im Jahr 1358 die Herrschaft einschließlich des Städtchens an Markgraf Johann Heinrich, einen Sohn Johanns von Luxemburg. In der Folgezeit wechselte das Gut mehrfach den Besitzer; verschiedene Adelsgeschlechter nahmen bauliche Erweiterungen und organisatorische Veränderungen vor.
Im 16. Jahrhundert verfügte Koritschan bereits über eine Pfarrschule, und die Verwaltung des Gebietes lag in den Händen mehrerer Adelsfamilien, darunter der Familien Majláth und Horecký, die sich um die wirtschaftliche Konsolidierung bemühten. Die Kriegsereignisse und Pestepidemien des 17. Jahrhunderts führten jedoch zu erheblichen Verwüstungen und zum Niedergang zahlreicher Ortschaften.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde in Koritschan ein Schloss errichtet, während die Burg Cimburk allmählich verfiel und zur Ruine wurde. Im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts kam es erneut zu Besitzerwechseln; zugleich gewann die Stadt wirtschaftlich an Bedeutung, insbesondere durch die im 19. Jahrhundert einsetzende industrielle Produktion von Bugholzmöbeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Schloss in Staatseigentum über und diente verschiedenen öffentlichen Zwecken, unter anderem als Schule. Eine bedeutende administrative Veränderung erfolgte 1960 durch die Eingliederung in den Bezirk Kroměříž. Am 1. Januar 1967 erhielt Koritschan das Stadtrecht; am 1. August 1976 wurden die ehemals selbständigen Gemeinden Jestřabice und Lískovec eingemeindet.
Quelle: https://www.korycany.cz/o-korycanech/historie/