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Nesselsdorf


Die ersten Spuren der Besiedlung des Ortes, an dem das heutige Nesselsdorf aufwuchs, sind in der frühen Steinzeit zu finden. Der nächstgelegene und wichtigste Ort mit Entdeckungen aus der Frühsteinzeit ist Štramberský kotouč. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts gründete olmützer Bischof Bruno von Schauenburg das Schloss Schauenstein, gleichzeitig wurde das Dorf Nesselsdorf gegründet. Die Tatsache, dass Nesselsdorf in der sogenannten Mährischen Pforte liegt mit einem wichtigen Handlungsweg, der Handel zwischen Ostsee und dem Mittelmeer besorgte, zeigt, dass dieses Gebiet bereits älteren Kulturen bekannt war.

Nesselsdorf konnte Kriegen nicht entkommen. 1621 wurde die Gemeinde von Wallachen angegriffen und plundiert. Noch in den späteren Jahren 1626 - 1716 litt Nesselsdorf während dem Einfall der Dänen. Die Leibeigenschaftspflichten wurden verschlechtert, Häuser wurden verlassen, die Untertanen flohen aus dem Herrschaftsgut, die Erhöhung von Fronarbeiten trat stark ein. Allmählich gibt es Unruhe unter den Untertanen, denen es schwerfiel, die Verletzung ihrer alten Privilegien und Sonderrechten zu akzeptieren. Der erste große Aufstand war die Versammlung der Bauern am 19. Mai 1643. Erst dank der Verhandlungen der Bischofsbeamten mit den Untertanen endete der Aufstand mit Aussöhnung. Bis Ende des 17. Jahrhunderts kam es zu zwei weiteren Aufständen, die die Situation der Leibeigener nicht verbesserten.

Auch im 18. Jahrhundert sehen wir die hiesigen schwierigen Untertanenverhältnisse. Besonders belastend waren die staatlichen Steuern, die während der Türkischen und Preußischen Kriegen gestiegen sind. Diese Bedingungen führten zu einem weiteren Aufstand. Bischof Maximilian von Hamilton unterdrückte den Aufstand schließlich militärisch. Im September 1766 brach der Widerstand erneut aus. Die folgenden Verhandlungen dauerten bis 1773, als den Untertanen in manchen Punkten entgegengekommen wurde. Naturkatastrophen, Missernte, Epidemien, hohe Preise und Hunger haben die Menschen vor Ort schwer getroffen. Sie wurden durch Steuern belastet, die infolge der Napoleonischen Kriege stiegen.

Ein Wendepunkt in der Geschichte von Nesselsdorf war zweifellos die Gründung einer Fabrik für Steingut und Tonwaren im Jahr 1812. Im 19. Jahrhundert gründete Ignác Schustala in Nesselsdorf eine Kutschenfabrik. Zusammen mit der Entwicklung der Automobilindustrie und der damit verbundenen Zunahme der Anzahl der Arbeiter der Fabrik, verliert Nesselsdorf allmählich seinen dörflichen Charakter und wurde 1910 zu einer Marktgemeinde. Der Aufbau des ersten Automobils war nicht nur ein weiterer wichtiger Markstein in der Geschichte des Unternehmens, sondern auch der Stadt. Bald nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nahmen die Anforderungen der österreichischen Armee an die Fabrik in Nesselsdorf zu, insbesondere bei der Nachfrage nach Lastwagen, und so zogen immer mehr Menschen in die Stadt. In 1919 wurden die Fahrproben mit Wagen des U-Typs durchgeführt. Die Gebirgsbewohner verglichen diese Autos mit dem Gebirge Tatra. Der Name setzte sich durch und bereits im März 1919 verlassen die ersten Autos namens Tatra den Betrieb. Die folgenden Erfolge von Tatra-Fahrzeugen haben den Ruhm der Marke auf der ganzen Welt erweitert. Bisherige Marktgemeinde wurde 1948 zu einer Stadt befördert.

Zu den wichtigen Persönlichkeiten dieser Stadt zählen beispielsweise der Gründer der Tonwarenfabrik Ignác Rašek, der Fabrikbesitzer Ignác Schustala oder der Maler und Illustrator Zdeněk Burian.


Autoren

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Ota Filip

Geburtsdaten
09.03.1930
Ostrau

Sterbedaten
02.03.2018