Czernowitz (Brünn)
Czernowitz ist ein historisch alter Ort, dessen erste schriftliche Erwähnung bereits im 14. Jahrhundert, genauer im Jahr 1325, erfolgt, als König Johann von Luxemburg den Bürgern von Brünn den Kauf des dortigen Hofes erlaubte. Von 1375 bis zur Aufhebung des Kartäuserklosters im Jahr 1782 unterstanden Czernowitz der Verwaltung des Klosters in Königspol. Anfang des 18. Jahrhunderts, im Jahr 1718, wurde im Ort die Kapelle des Heiligen Florian am Faměro-Platz errichtet, die zu einem wichtigen geistlichen Denkmal der Gemeinde wurde.
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden auf dem herrschaftlichen Grund fünfzehn neue Häuser, was auf das allmähliche Wachstum der Siedlung hinweist. Im Jahr 1749 wurden die Grundstücke neu vermessen und die Größe der Hufen vereinheitlicht, wodurch die Bodenverhältnisse zwischen Landwirten und Häuslern geregelt wurden. Nach der Aufhebung des Klosters 1782 gelangte der Ort unter die Verwaltung eines religiösen Fonds.
Im Jahr 1825 wurden Czernowitz zusammen mit dem Gut Königspol an einen privaten Eigentümer verkauft, was eine neue Entwicklungsphase einleitete. In den Jahren 1861–1863 wurde hier eine Landesanstalt für Geisteskranke errichtet, die bis heute zu den charakteristischen Gebäuden dieses Teils von Brünn gehört. 1863 wurde in der damals neuen Kapelle des Heiligen Kreuzes die geistliche Verwaltung der Anstalt eingerichtet.
Ab den 1870er Jahren begann nordwestlich des ursprünglichen Dorfes die Bebauung mit den ersten zehn Häusern, die den Namen Neue Czernowitz erhielten, und deren Ausbau setzte sich auch während der Ersten Republik fort. Eine bedeutende Veränderung brachte der Bau der Eisenbahnlinie von Brünn nach Slatina in den Jahren 1883–1886, die die Verkehrs- und Wirtschaftsmöglichkeiten der Bewohner nachhaltig beeinflusste.
An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte sich der Schulunterricht in Czernowitz; 1890 begann der Unterricht in der alten Schule in der heutigen Charbulova-Straße, und 1910 wurde eine neue Schule in der Schulstraße errichtet. Im Jahr 1899 wurde die Kirche des Heiligen Florian geweiht.
Nach dem Ersten Weltkrieg erfuhr Czernowitz eine bedeutende Änderung seines Status – 1919 wurde das Dorf in die Stadt Brünn eingegliedert. Dieser Schritt bedeutete die Institutionalisierung von Czernowitz als Stadtteil einer größeren Stadt und eröffnete den Weg zu Urbanisierung und Modernisierung.
Die Quelle: https://www.brno-cernovice.cz/