Hussowitz (Brünn)


Hussowitz (Brünn) war ursprünglich ein selbständiges Dorf, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1264, als es unter dem Namen „Husice“ in einer Urkunde über den dem Kloster Obrowitz zustehenden Zehnten erscheint. Im Laufe des 14. Jahrhunderts setzte sich allmählich die heutige Namensform durch. Den größten Teil seiner Existenz blieb Hussowitz ein kleines landesfürstliches Dorf mit Weinbergen, wobei der Besitz nach und nach in die Hände verschiedener Eigentümer überging, darunter Klöster, Bürger und Adelige. Eine bedeutende Veränderung brachte das Jahr 1597, als die Äbtissin des Klosters in Alt Brünn der Ortschaft eine Gemeindeverfassung verlieh und damit einen Richter und Schöffen für die örtliche Verwaltung einsetzte.

Im 19. Jahrhundert wandelte sich Hussowitz von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Arbeiter- und Industrievorort des wachsenden Brünn, was mit einer baulichen Entwicklung und einem starken Bevölkerungsanstieg einherging. Nach der Aufhebung der Grundherrschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine moderne Gemeindeverwaltung mit einem Bürgermeister und weiteren Vertretern eingeführt. Im Jahr 1912 wurde Hussowitz zur Stadt erhoben, und sein Wachstum setzte sich bis zur Eingemeindung nach Brünn im Jahr 1919 fort.

Nach der Eingliederung in Brünn veränderte sich die Verwaltungsstruktur: In der Zwischenkriegszeit und danach wurde zunächst die lokale Selbstverwaltung aufgehoben und nach der Befreiung im Jahr 1945 erneut ein örtlicher Nationalausschuss eingerichtet. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu weiteren Anpassungen im Rahmen der Verwaltungsstruktur der Stadt Brünn, wobei Hussowitz Bestandteil dieser Gliederung blieb. Schließlich wurde es Teil des Stadtbezirks Brünn-Nord, der 1990 durch die Zusammenlegung mehrerer Katastralgebiete entstand.

Quelle: https://www.sever.brno.cz/w/husovice


Autoren

Armin Berg

Geburtsdaten
09.05.1883
Hussowitz (Brünn)

Sterbedaten
23.11.1956
Wien