Adamsthal
Die Geschichte der Besiedlung des Gebietes, in dem sich heute Adamsthal befindet, reicht bis in die Urgeschichte zurück. Davon zeugen zahlreiche archäologische Funde aus dem Mährischen Karst, darunter die Überreste eines hallstattzeitlichen Begräbnisses mit Schmiede in der Býčí skála sowie Spuren slawischer Besiedlung mit früher Erzverarbeitung.
Im Mittelalter bestanden hier Hammerwerke an den Ufern der Svitava und ihres Nebenflusses, des Křtinský potok, die mit der Eisenproduktion verbunden waren. Schriftliche Quellen führen die Siedlung unter dem Namen Hamry an. Sie gehörte zur Herrschaft Nový hrad, die von den mährischen Markgrafen und später von den Herren von Boskowitz gehalten wurde. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ging das Gebiet in den Besitz des Hauses Liechtenstein über; erstmals wird im Jahr 1679 der Name Adamov in Urkunden erwähnt.
Im 18. Jahrhundert entstand in Verbindung mit den traditionellen Eisenwerken eine Hütte, die als Franzhütte bekannt war und wesentlich zur Entwicklung der Eisenindustrie beitrug. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Brünn–Böhmisch Trübau in der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte ein rascher Aufschwung der örtlichen Industrieproduktion sowie ein starkes Bevölkerungswachstum ein, da die neue Verkehrsanbindung den Absatz erleichterte und Arbeitskräfte anzog.
Die ursprünglichen Eisenbetriebe wurden schrittweise in ein umfangreiches Maschinenbauunternehmen umgewandelt, das sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf die Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen und weiterer technischer Anlagen spezialisierte. Während des Ersten Weltkriegs und in der Zwischenkriegszeit erweiterte sich das Produktionsprofil auch auf Rüstungsgüter und andere technische Erzeugnisse, was zur Expansion des Betriebes und zum Bau neuer Wohnviertel führte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ausgedehnten Industrieanlagen teilweise zerstört, jedoch durch den Einsatz der Beschäftigten wieder aufgebaut und weiterentwickelt. Im 20. Jahrhundert kam es zu einem bedeutenden Wachstum der Bevölkerung und der Infrastruktur, einschließlich des Baus von Wohnsiedlungen, Schulen und weiteren öffentlichen Einrichtungen. Am 1. Juli 1964 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben.
Die wichtigsten industriellen Traditionen der Stadt wandelten sich im Laufe der Zeit von der Eisenverhüttung über den Maschinenbau bis hin zur Herstellung von Druckmaschinen und Messtechnik und prägten damit das wirtschaftliche und kulturelle Leben bis in die Gegenwart. Zu den bedeutenden Kulturdenkmälern zählt die neugotische Kirche der heiligen Barbara aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit einem bemerkenswerten Altar, der aus einem österreichischen Kloster in Zwettl stammt.
Quelle: https://www.adamov.cz/