Lichtewerden
Die erste urkundliche Erwähnung von Lichtewerden stammt aus dem Jahr 1267, als die Siedlung unter diesem deutschen Namen erstmals schriftlich genannt wurde. Sie entstand im Zuge der mittelalterlichen Kolonisation des Freudenthaler Landes auf gerodetem Gelände am Fuße des Altvatergebirges. Der Ortsname verweist auf eine „lichte“ Rodungsfläche, die inmitten der ursprünglich geschlossenen Waldlandschaft angelegt wurde.
Im 16. Jahrhundert wurde Lichtewerden wiederholt von Pestepidemien heimgesucht. Nach der Ortschronik kam es in den Jahren 1552–1556 zu einem nahezu vollständigen Bevölkerungsschwund. Die Grundherrschaft veranlasste daraufhin eine Wiederbesiedlung durch Siedler aus der Grafschaft Glatz und aus Neiße. Eine weitere Pestwelle folgte 1585; die zahlreichen Todesopfer mussten in Gemeinschaftsgräbern beigesetzt werden.
Einen bedeutenden Einschnitt stellte das Jahr 1626 dar, als Kaiser Ferdinand II. die Einrichtung einer Poststraße anordnete, die Wien – Olmütz – Sternberg – Rautenberg – Alt Ehrenberg – Zuckmantel – Breslau miteinander verband. Diese wichtige Verkehrsverbindung führte auch durch Lichtewerden und förderte sowohl den Handel als auch die Anbindung an die umliegenden Städte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs veränderte sich die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung grundlegend. Die angestammte deutsche Bevölkerung wurde im Rahmen der Nachkriegsvertreibungen ausgesiedelt; anschließend erfolgte die Wiederbesiedlung des Ortes durch tschechische Siedler aus verschiedenen Regionen der Tschechoslowakei.
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