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Schlapanitz


Schlapanitz ist eine Stadt im Bezirk Brünn-Land in der Region Südmähren. Der Bach Říčka fließt durch die Stadt und sie hat 7563 Einwohner. Die Stadt ist im Osten von den Karpaten und im Südosten von dem Pratecka Hügelland umgeben.

Aus den archäologischen Funden erfahren wir, dass Schlapanitz in der Urzeit besiedelt war und sich hier eine Siedlung des Mährerreichs (9. – 10. Jahrhundert) befand. Weiters wurden hier Grabstätten aus dem 11. Jahrhundert gefunden. Aus dem Jahr 1235 haben wir eine Urkunde des Olmützer Kapitel, die darüber informiert, dass sich hier eine Kirche mit einer Pfarre befand. Im 13. Jahrhundert führten hierher zahlreiche Handelswege und die Stadt gewann ein paar Stadtprivilegien, wie z.B. das Marktprivilegium, das Gerichtsprivilegium oder das Blutprivilegium. Im 14. Jahrhundert versammelte sich hier der Lehenshofrat. Schlapanitz vermied auch keine militärischen Zusammenstöße. Im Jahr 1430 wurde hier die Hussitenarmee bekämpft. Die Stadt litt auch unter der Belagerung Brünns durch Matthias Corvinus oder den Schweden (17. Jahrhundert). Im 17. Jahrhundert verschob sich die ganze Aufmerksamkeit auf Brünn und Schlapanitz verlor an Bedeutung. Das bedeutendste Ereignis, das hier passierte, war die Schlacht von Austerlitz bei Brünn und ein österreich-russischer Armeekommandant besuchte damals Schlapanitz und ein paar weitere blieben in der Stadt in dem Pfarrhof. Das 19. Jahrhundert stand im Zeichen der industriellen Entwicklung von Brünn und auch von Schlapanitz. Im Jahr 1814 wurde einer der größten Betriebe Brünns gegründet – die erste Brünner Maschinenfabrik. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurden manche Einwohner von Schlapanitz in Konzentrationslagern eingesperrt und am 24.4. 1945 befreite die Rote Armee Schlapanitz.

In der Stadt befinden sich ein paar Denkmäler wie zum Beispiel die Mariä-Himmelfahrt-Kirche, die im 12. und 13. Jahrhundert erbaut wurde. Die heutige Barockgestalt gewann sie im Jahr 1757. Weitere Denkmäler sind die Scholasterie mit einem alten Pfarrhaus, das heute ein Museum ist, das Schloss Schlapanitz aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das Rathaus aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, aus dem sich nur der Keller erhalten hat, der ein Gefängnis war. 

Bedeutende Persönlichkeiten, die hier wirkten oder geboren wurden, sind zum Beispiel der Maler Zdeněk Dvořáček (1929 –1988), die Schauspielerin Libuše Šafránková (*1953), der Maler, Grafiker und Schriftsteller Alois Kalvoda (1875–1934), der Geistliche und Bischof Vratislav Štěpánek (1930–2013) und der Regisseur Antonín Moskalyk (1930–2006).