Strassnitz


Die Stadt Strassnitz liegt in der Nieder March Talsenke an der Grenze zur Slowakischen Republik. In unmittelbarer Nähe fließt der Fluss Velička.

Obwohl die erste urkundliche Erwähnung von Strassnitz aus dem Jahr 1302 stammt, zeugen zahlreiche archäologische Funde von einer weitaus früheren Besiedlung dieses Gebiets. Die Anfänge der Stadt selbst stehen im Zusammenhang mit der Festigung der Grenzen des böhmischen Staates während der Herrschaft von Premysl Ottokar II. in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Zum Schutz der Landesgrenzen wurden mehrere Burgen errichtet, darunter auch die Burg in Strassnitz, die nach 1260 erbaut wurde. Der Name der Stadt leitet sich von der Wächterfunktion ab, die die in unmittelbarer Nähe der mährischen Grenze gelegene Burg erfüllen sollte.

Strassnitz war ursprünglich königliches Eigentum, zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwarb diese Stadt die bedeutende mährische Familie der Herren von Krawarn. Landvogt Petr Strážnický von Krawarn trug zum großen Aufschwung der Stadt bei, indem er nach und nach das Herrschaftsgut von Strassnitz erweiterte und auch zur Entwicklung des Weinbaus beitrug. Unter der Herrschaft des letzten männlichen Nachkommens der Familie, Jiří von Krawarn, kam es zu einer beispiellosen baulichen Entwicklung der Stadt, die während der Hussitenkriege erheblich zerstört worden war. Es wurde die Strassnitzer Neustadt gegründet und die St. Martin Kirche erbaut, die später umgebaut wurde und bis heute gotische Elemente aufweist. Auch der Umbau der Burg wurde abgeschlossen.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kaufte die Familie der Herren und Grafen von Zierotin die Stadt. Während ihrer Herrschaft erlebte Strassnitz ihre größte Blütezeit. Unter Jan III. von Zierotin wurden alle drei Stadtteile, also die Neustadt, die Altstadt und die Vorstadt, zusammengelegt. Die alte Wasserburg wurde zu einem Renaissance-Schloss mit Arkaden umgebaut. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gehörte Strassnitz zu den bedeutendsten Städten Mährens.

Der Aufstand in Ungarn im Jahr 1605 und der Einfall von Stephan Bocskai in Mähren bedeuteten für Strassnitz eine enorme Gefahr. Im Mai 1605 wurde die Stadt niedergebrannt und viele Menschen wurden getötet oder gefangen genommen. Der Wiederaufbau der Stadt verlief unter großen Schwierigkeiten, und die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg führten erneut zur Zerstörung und Verwüstung der gesamten Region. Hinzu kam die religiöse Unterdrückung, die mit einer großen Zahl von Vertriebenen einherging.

Die Stadt und das Herrschaftsgut wurden 1628 von einem der siegreichen Befehlshaber der Schlacht am Weißen Berg, dem kaiserlichen Oberst Franz von Magnis, gekauft. Mit seiner Ankunft begann die geplante Katholisierung der Stadt. Der Brand eines Teils der Stadt, die Pestepidemie, Überfälle durch ungarische Aufständische und andere Ereignisse führten zu einem allgemeinen Niedergang des Herrschaftsgutes, und die Stadt verlor schnell an ihrer früheren Bedeutung. Eine weitere Reihe von Bränden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verlangsamte den Wiederaufbau von Strassnitz erheblich. Dennoch ist aus dieser Zeit eine Reihe interessanter architektonischer Denkmäler erhalten geblieben. Das Rathaus und viele Bürgerhäuser wurden renoviert. Die Piaristen von Strassnitz errichteten um die Mitte des 18. Jahrhunderts die barocke Marienkirche mit einem Kloster, das den Studenten die Unterkunft bot, und später auch ein Gymnasium. Unter der Verwaltung von Anton Franz von Magnis in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Schlosspark mit Garten umgestaltet, es wurden Gewächshäuser für den Anbau südlicher Pflanzen angelegt und 1824 wurde vor dem Schloss eine Kettenbrücke über die March errichtet.

Die Wiederbelebung der nationalen Bewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte zu einer allmählichen Umwandlung der deutsch orientierten Stadt in ein kulturelles Zentrum der Strassnitzer Region. Es entstanden tschechische Vereine, eine tschechische Bürgerschule wurde eröffnet und 1897 wurde ein tschechisches Gymnasium gegründet. Die Entwicklung des Schulwesens dauert bis heute an.

 

 

Quelle:

https://www.straznice-mesto.cz/historie%2Dmesta%2Dstraznice/d-19510/p1=28584


Autoren

Peter Budik

Geburtsdaten
18.10.1792
Butschowitz

Sterbedaten
24.03.1858
Klagenfurt

Unvollendet
Paul Winter

Geburtsdaten
1904
Strassnitz

Ottokar Hans Stoklaska

Geburtsdaten
23.06.1852
Gaya

Sterbedaten
07.09.1934
Wien